Kyoto begrüßt mich mit dem Kinkaku-ji Tempel

Nachdem ich in dem Kapselhotel eingecheckt habe, bin ich zum Kinkaku-ji Tempel gefahren, dieser wird auch sinnigerweise "der goldene Tempel" genannt. 

Heute ist in Japan ein Feiertag und dementsprechend viele Menschen waren natürlich - zusammen mit den Touristengruppen - an diesem Tempel. Das sieht jetzt auf den Fotos nicht so aus, aber man dachte, man ist im Tempeldisneyland. 

In jedem Tempel gibt es auch eine andere Attraktion. Hier wirft man Münzen auf so eine Tempelstatue, bzw. soll in ein rundes Schälchen davor treffen. Keine Ahnung, ob das dann Glück bringt oder so. Auf jeden Fall haben die Kinder Münzen über Münzen verbraten. 

Nach der Tempelbesichtigung gibt es neu-traditionell Matchaeis. 

Kyoto ist natürlich kleiner und übersichtlicher als Tokyo und das tut mir jetzt echt gut. Auch die Menschen hier sind gesprächiger. Zudem freue ich mich, dass ich in dem Kapselhotel mal "internationale Gäste" zum Quatschen habe. So hat mir gerade ein Amerikaner aus LA gesagt, dass die Woche über noch das Gion-Festival stattfindet. Sehr cool, bin ich dabei. 

Gehe gleich nochmal raus und schaue, was so läuft. Ich weiß aber schon, dass am 17.07. irgendeine größere "Prozession" sein wird ujnd das schaue ich mir natürlich an. 

Morgen geht es bereits ganz früh nach Arashiyama zu dem berühmten Bambuswald. Darauf freue ich mich sehr. Da stehe ich früh auf, weil ich sonst vor Touristenmassen überrollt werde. 

Richte mir heute schon alles her. 

Ein kurzer Satz zu dem unteren Foto: So sieht das aus, wenn Japaner für den Bus anstehen. Der Hammer!!

Und das andere ist eine kleine Einkaufsstraße heute am Feiertag...voll...alles voll!!

Letzter Tag in Tokyo klingt aus im Shinjuku Gyoen Park

Mein letzter Tag in Tokyo klingt im Shinjuku Gyoen Park aus. Das ist eine riesige Parkanlage, die in sich verschiedene Themenschwerpunkte setzt wie z. B. "Rosengarten", "Japanischer Garten"...und alles ist wirklich phänomenal schön angelegt. 

Bei dauerhaft bedecktem Himmel wirkt vieles etwas trist, aber in Natura war es dennoch sehr schön. 

Man muss einen kleinen Eintritt für den Park bezahlen, aber das hält die Leute nicht ab, ihn ausgiebigst zu nutzen. Es wird gejoggt, die Kinder haben extra Spielareale und es ist eine große ruhige Oase in dieser sehr lauten und hektischen Stadt. (Aber es gibt viele kleinere Parkanlagen)

Es gäbe auch zwei Teehäuser, in denen man spontan an Teezeremonien teilnehmen kann, aber mir schmeckt der japanische Tee nicht so arg (bzw. nur mit Milch und Zucker!) und darum hab ich darauf verzichtet. Und ganz ehrlich hatte ich auch Sorge, dass ich aus dieser Position nicht mehr hoch komme!!

Nach dem Park bin ich dann zum Rathaus von Tokyo. Es ist möglich, dass man auf einen der beiden Türme kostenlos hochfährt und von dort oben die Aussicht "genießt". 

Wenn es schon nichts kostet, dann ist es auch nicht so schlimm, wenn das Wetter und somit die Sicht nicht extrem toll ist. 

Nur als ich ankam hatte sich vor dem Aufzug bereits eine sehr lange Schlange formiert und der Herr, der für die Kontrollen zuständig ist, meinte, dass die Wartezeit derzeit 1,5 Stunden wäre. Mein Limit war nach der Geherei im Park eh schon erreicht, somit hatte sich das erledigt. 

ABER es gab eine kleine Ausstellung über die Olympischen Spiele und Paralympics, wo auch die ORIGINAL Flaggen zu sehen waren und zudem durfte man die ORIGINAL Fackel halten.  In mir ist da immer so ein "Woah", denn so nah komme ich nie wieder an diese Fahne ran. An die Fahne, die bei allen Spielen mit dabei war und wenn es etwas gibt, das ich mal gerne machen würde, dann die Fackel ein Teilstück tragen. (Heute hab ich sie wenigstens gehalten!!) Das ist eine sehr große Ehre. Hier trägt man das Olympische, bzw. Paralympische Feuer, das Symbol unserer Spiele, die Flamme, die so lange brennt, so lange die Spiele andauern. Sie symbolisiert für mich auch den Geist der Antike, all die Werte, die wir in uns tragen, für die wir diesen Sport machen. 

Und mit diesem Countdown-Foto verabschiede ich mich von Euch von Tokyo. Morgen geht es mit dem Shinkansen zurück nach Osaka. Der Koffer ist schon gepackt. 

Was nehme ich mit von Tokyo?

Auf jeden Fall Vorfreude auf die Paralympics 2020 und ich bin sehr gespannt wie sich diese Stadt der Welt präsentieren wird. 

Tokyo lässt einen mit Staunen zurück. Mit Staunen und Ehrfurcht, weil ich oftmals das Gefühl hatte, dass in ihr kleine Monster schlummern, die nur darauf lauern, dass sie mich irgendwo verschlingen, wenn ich gerade denke, dass ich klar komme. 

Tokyo ist ein Flash an so vielen neuen Erfahrungen und Eindrücken, die erstmal häppchenweise verarbeitet werden müssen. Neues Essen, andere Schriftzeichen, dieser Molloch von Verkehrssystem, Menschenmassen, Shoppingüberflutung... . Zur Entspannung saß ich abends dann im Hotelzimmer und habe "Familie Becker" und "Ekel Alfred" auf youtube angeschaut. 

Die Treffen mit Miyuki und den Athleten waren Gold wert und ich freue mich auf das Wurf-Camp und die weiteren Dinge, die noch anstehen. 

Tokyo war aber auch die Tempel/Schreine und das hat mich wirklich begeistert. In Kyoto kann ich das fortsetzen. 

Nachtrag HIER noch zum Stadium (es ist ganz aktuell, aber ich habe es aufgrund des Wetters und der Geherei nicht mehr geschafft!)

 

Geburtstagsfeier im Ninja Akasaka

Miyuki Yoshina (vorne rechts) hat eine sehr schöne Lokalität für mich meine Geburtstags-nach-feier herausgesucht. 

Zwei Athleten (Fumiko und Yamaji) waren auch mit dabei. 

Wir sind in einem Theme-Restaurant gewesen, dem Ninja Akasaka

Es war echt cool. In einem ganz normalen Haus tat sich eine richtige Ninja-Welt mit Wasserfällen, urigen Treppen, kleinen Wasserfällen etc. auf. Da verschwand dann sogar ein Stück der Treppe und musste überbrückt werden. Sogar gezaubert wurde am Tisch. Die Flammennummer stelle ich gleich rein. Super. Den Werbefilm kann man sich hier anschauen.

Es gab ein Mehrgängemenü und währenddessen haben wir uns super gut unterhalten und hatten viel Spaß. 

Es gab auch noch eine Zaubernummer vom "Meisterninja" direkt am Tisch und das war schon cool. 

Japan, das sind für mich diese persönlichen Begegnungen, das sind solche Abende und Menschen, die ich ein Stück näher kennenlernen darf. Das war auch die tolle Reiseleiterin, die mir ihr Land in einem Tag "im Paket" so toll präsentiert hat, dass mir vieles davon lange im Gedächtnis bleiben wird. 

Ich freue mich sehr, dass ich Fumiko bald in Tsakamatsu im Wurf-Camp wiedersehe. 

Und den jungen sehbehinderten Läufer, den werde ich in Dubai zur Weltmeisterschaft wiedersehen. 

Mir wurde dann noch "Happy birthday" gesungen und ich bekam ein Foto von unserer Gruppe zur Erinnerung. Sehr nette Geste. 

Hier noch "das kleine Kochen am Tisch". 

Das Wetter war heute sehr schlecht: Nieselregen, Nebel und ich hab auch mal ne kleine Pause gebraucht. Darum bin ich vor dem Essen nur kurz zur Post (die auch nicht leicht zu finden war...wie vieles!), habe schon mal den Koffer für die Rückfahrt nach Osaka am Sonntag gepackt und ein paar Sachen gewaschen. 

Meiji-Schrein und ein bisschen Shinjuku

Sehenswürdigkeiten oder andere Örtlichkeiten wollen in Tokyo natürlich immer irgendwie erreicht werden. Ansich ist das bei der Vielfalt der öffentlichen Verkehrsmittel auch recht gut möglich, WENN sie nur nicht so voll wären und WENN man den Überblick in den Bahnhöfen nicht immer so schnell verlieren würde und WENN die Entfernungen innerhalb der Stationen nicht so schrecklich lange wären. 

Ich habe mich so bemüht, die Stoßzeiten zu vermeiden, aber das ist nicht immer möglich und so kommt es halt oft vor, dass man in die U-Bahnen gequetscht wird und das sieht dann im Ansatz so wie auf dem Foto aus. Am Abend ist es noch schlimmer, da darf man kaum mehr atmen und auch wenn ich nicht der Typ für "Platzangst" bin, so muss ich mich dennoch runterfahren, dass ich da keine Panik bekomme. 

Darum ist der Bus eine gute Alternative, die ich ich nur wärmstens empfehlen kann, wenn man auf ihn ausweichen kann. Meine Bushaltestelle liegt 2 Minuten vom Hotel entfernt und selbst im stockenden Verkehr kommt der Bus ganz gut voran. Man sieht einiges von Tokyo und erspart sich die Lauferei beim Umsteigen von einer Linie zur anderen im Bahnhof. 

(Denn auch wenn der Routenplaner vermeintlich sagt, dass der Bus die langsamere Möglichkeit ist, so hat er die Geherei und die Sucherei nicht mit eingeplant und deshalb ist der Bus um Längen schneller!) 

So bin ich also heute mit dem Bus zum Meiji-Schrein aufgebrochen...war aber nicht sonderlich begeistert, dass die Haltestelle ganz anders hieß als in meinem Plan im Handy und der Fahrer hat mich so gar nicht verstanden. Also für 500 Yen ein Taxi (sind rund 4 Euro)

Das Taxi hat mir zudem viel Lauferei erspart, was super war, denn ich musste noch durch den langen Park zum Schrein selbst. 

Der Schrein selbst ist dem Tenno Meiji und seiner Frau Shoken gewidmet, die aber nicht dort begraben sind. 

Es ist auch einer der Hauptschreine, die von den Touristen besucht werden - zurecht - der ist extrem schön! Er hat eine längere Umbau- und Renovierungsphase hinter sich, aber die scheint vorbei, denn es war nichts mehr eingerüstet oder so. Vor allem war alles rollstuhlgerecht gemacht worden. Hierzu gleich eine Fotokollage. Ich glaube, dass vor allem dieser Schrein hier auch barrierefrei gemacht wurde, weil 2020 die Paralympics kommen und das neue Stadium quasi nur 1km entfernt ist. 

Ich kann hier nur bestätigen, dass dieser Schrein problemlos als Rollstuhlfahrer zu besichtigen ist. Sogar die Klos wurden aufgerüstet. 

 

Wenn man besser zu Fuß ist, dann hätte man sich in dem Park noch viel länger aufhalten können. 

Diese Tönnchen da hinter mir, das sind übrigens leere Behälter, in denen Mal Sake war. 

Ich habe mir so ein "Tempelbuch" gekauft und bei jedem Schrein/Tempel kann man sich dann einen Stempel holen und auch von den Mönchen etwas reinschreiben lassen. Die machen das gegen ein kleines Entgelt mit echter Tinte. Sieht wirklich schön aus. 

Ich bin sehr gespannt darauf wie sich die Tempel/Schreine, die ich (vor allem in Kyoto) noch besichtigen werde von denen unterscheiden, die ich bisher gesehen habe. Bisher waren sie alle verschieden. 

 

Und was für ein Gegensatz: nach dem Schrein ging es dann zum Godzilla, ein Ramen-Süppchen essen und ein bisschen durch Shinshuku schlendern, denn inzwischen hatte es schon wieder zu regnen angefangen. 

Für morgen?

Es gibt noch ein paar Sachen, die sind übrig geblieben, weil ich sie nicht geschafft habe, weil es geregnet hat, weil ich nicht so viel laufen konnte, aber das kann morgen dann etwas davon nachholen. :-) 

Geburtstagsausflug nach Nikko

Heute ist mein Geburtstag und ja, das ist tatsächlich jedes Jahr ein besonderer Tag, weil ich mein Leben sehr lieb habe, vor allem auch nach all dem, was so hinter mir liegt. 

Zuweilen geht's mal etwas auf und ab, aber ich bin sehr dankbar dafür, dass ich einfach Zeit geschenkt bekomme, die ich so vielfältig nutzen darf. 

Und an solch besonderen Orten wie dem Shinto-Schrein Tosho-gu in Nikko an meinem Geburtstag stehen zu dürfen, der mittlerweile auch Weltkulturerbe ist, das macht mich sehr glücklich. 

Diesen Ausflug habe ich gebucht und die Reiseführerin war brilliant!! Alleine von dem, was sie über Japan, die Kultur und Lebensweise auf der Fahrt erzählt hat, allein deshalb hätte sich der Tag schon gelohnt. 

Unter anderem habe ich heute den Unterschied zwischen dem Shintoismus und Buddhismus erfahren, den zwei Hauptreligionen in Japan. 

Shintoismus hat nicht wirklich einen Gründer oder eine Lehre. Wenn es dann aber ans Sterben geht, dann wird doch auf den Buddhismus zurückgegriffen, denn hier ist festgelegt, wie es nach dem Tod weitergeht.

Und weil ich gestern zufällig auf den "Friedhof" gestoßen bin, hab ich gleich gefragt, was diese langen Stäbe mit den Schriftzeichen zu bedeuten hatten, die neben dem Grab steckten. 

Ich weiß die Antwort jetzt: Buddhisten glauben auch an eine Ewigkeit und nach dem Tod gibt der Mönch des Klosters dem Verstorbenen einen neuen Namen, den er dann "im Jenseits" trägt. Und dieser Name steht auf den Tafeln. 

Wir wurden ausführlichst darüber aufgeklärt, dass der Gründer der Tokugawa-Dynastie, die auch viele Samuarai gestellt hat, einen Sohn hatte, der wohl in diesem Shinto-Schrein begraben liegt. Diese Familie gibt es immer noch, sie ist eine der einflussreichsten in ganz Japan, aber natürlich nicht mehr wie zu dieser Zeit. Damals war das wie eine Pyramide und Japan hatte sich auch zur Welt noch gar nicht geöffnet. 

Wir hatten in dem Bus gleichzeitig Geschichtsstunde, Landeskunde, Exkurs in die Sitten und Gebräuche des heutigen Japan und wie man so lebt in Japan. Der Wahnsinn, was diese Frau wusste und untergebracht hat. 

Es waren auch viele Schulklassen unterwegs wie man auf einem Foto sehen kann. 

Auf dem Foto ganz links sind zwei Elefanten. Das entstand zu einer Zeit, in der in Japan Elefanten noch nicht bekannt waren und dann plötzlich traf man auf einer Expeditionsreise auf diese Gattung und verewigte sie auf diesem Haus. 

Das Wetter war heute nicht wirklich toll. Wir haben davor noch einen Stopp an einem Wasserfall gemacht, der nur zu hören war, denn vor lauter Nebel war er überhaupt nicht sichtbar. Es hatte was Skurriles!!

Ich finde aber, dass die Schrein- und Tempelanlage (einen Tempel gab es daneben) auch bei diesem Wetter "etwas her macht". 

Die vielen hohen Stufen waren eine echte Qual, aber nun gut. Für Rollstuhlfahrer wäre das nix gewesen. 

 

 

Das sind berühmten drei Affen, die auf dem "heiligen Stall" zu bestaunen sind. Hier haben sie ihren Ursprung. Die Bedeutung hat sich aber im Laufe der Zeit "verfälscht". Die Affen sind nämlich aus einer ganzen "Lebenszyklus-Affenserie", die mit der Geburt eines Affenbabies beginnt, dann geht es mit den drei Affen weiter (komme gleich drauf) ...es folgen weitere Stationen und es endet damit dass der Affe erwachsen wird, selbst heiratet und seine Frau dann auch ein Kind bekommt. Dieses Bild soll die Reinheit des Affenknaben darstellen. Er soll schlechte Dinge nicht hören, Schlechtes nicht sagen und die Augen vor Ungutem verschließen. So war das mal gedacht. 

Überall ist es ausgeschmückt und man kommt aus dem Schauen gar nicht mehr raus. Sehr, sehr schöne Anlage. 

Wir sind dann weiter bis zu dem Gebäude, wo man nur betet und seinen Wunsch äußert. Dort musste man diesmal seine Schuhe ausziehen, was nicht unproblematisch war. Dann über rutschige Treppen hoch. Meine Socken haben sich sofort vollgesaugt...das hat sich ja mal echt gelohnt! Ich weiß nicht, ob es da nicht besser gewesen wäre, mit Schuhen reinzugehen, als dann mit Socken, die auch lustige Abdrücke hinterlassen habe. 

Und nachdem wir die "schlafende Katze" im Durchgang gesucht und gefunden hatten, hatten wir noch 50 Minuten für uns selbst. Die anderen gingen den Berg zum Grab von dem Shogun hoch. Das hab ich mir verkniffen. Ich hab lieber alles in Ruhe auf mich wirken lassen. 

Also die Besichtigung dieser Schrein/Tempelanlage, das lohnt sich wirklich! Ich habe über Viator gebucht und das kann ich ebenfalls sehr empfehlen. Im Bus hat die Reiseleitung mir sogar noch ein Ständchen singen lassen (da war ich schon gerührt!) und gab mir ein kleines Geschenk. Sie meinte, dass wäre deshalb, weil mein Geburtstag ja quasi heute zu ihr gekommen wäre. Es ist eine blaue Glückskatze!!!

Im Preis war auch ein großes japanisches Essen inkludiert - sehr lecker. 

Und damit bin ich jetzt auch weg zum "Ramen-Lokal" gegenüber vom Hotel. HUNGER!!

...eine Anmerkung noch: Fragen gerne unter Kommentare oder auf Facebook...ich bin zwar zeitlich "eingeschränkt", aber ein bisschen geht schon!