#OneYeartoGO

Der Countdown zu den Paralympics in Tokyo 2020 ist eingeläutet. Es heißt nun: "1 Year to Go!" Hierzu gibt es verschiedene neue Infos und auch die Medaillen wurden vorgestellt. Natürlich habe auch ich mir so meine Gedanken gemacht, die ich gerne in diesem Blog preisgeben will. 

Doch hier zunächst die offizielle Seite! Und das wäre die Seite zu den Medaillen!

Und so sehen sie im Video aus:

Ich kann das gar nicht mehr so vergleichen mit London 2012 oder Rio 2016, wie das da mit #OneYeartoGo war. London waren meine ersten Paralympics, es war für mich auch eher überraschend, dass ich da schon mit dabei war, also nichts womit man fest gerechnet hätte oder so. Sowohl jetzt bei Tokyo 2020, also auch bei Rio 2016 hatte ich ein Jahr davor die Gelegenheit, das Land zu besuchen. Rio, weil mich Sportfreunde eingeladen hatten und in diesem Jahr in Japan bot sich die Gelegenheit des Trainingslagers plus Rahmenprogramm. 

Nachdem ich bereits so viele Eindrücke von Japan sammeln durfte, ist natürlich die Vorfreude noch größer, aber ich freue mich auch sehr, dass diese Intensität des Erlebten mich sicherlich noch lange bis in den Trainingsalltag begleitet. 

Der Blick auf die Medaillen ist natürlich großartig...wer möchte da nicht Gold mit nach Hause nehmen?! Sie sind wunderschön!! Im Moment ist Tokyo 2020 einfach nur Vorfreude, es ist gut, noch Zeit zu haben, aber ein Jahr ist nicht viel Zeit. Hier bin ich tatsächlich auch sehr froh, im Moment so eine Förderung zu haben, die mir ein Training ermöglicht, dass ich mich optimal auf so ein Großereignis vorbereiten kann. 

Und direkt #OneYeartoGo wurde noch ein kleiner Fernsehbericht vom Fernsehen Osaka ausgestrahlt, die mein Trainingslager (plus Wettkampf) für zwei Tage begleitet hat. Hat mich sehr gefreut. 

Ach ja, und auch ein Jahr vor den Paralympics ist aus der Deutschen Paralympischen Mannschaft das "Team D Paralympics" geworden. Also gibt es jetzt in Deutschland "Team D Paralympics" und "Team D Olympia", vereint im Sport ansich, aber in den Großveranstaltungen getrennt. (Für mich ist hier auch keine Diskussion notwendig) Doch hauptsächlich geht es auch darum, dass alle Sportarten nun eine Einheit bilden sollen, um unseren Sport, unser Land und auch die Werte, für das wir stehen, besser repräsentieren zu können. Finde ich gut!! 

Trotz sehr eigener Charaktere, vielfältiger Sportarten und auch neuer Entwicklungen sind wir EIN TEAM mit einem Ziel: unser Land mit unseren Erfolgen und mit dem, was wir sind bestmöglich zu vertreten. 

Back home und "entspanntes" Sonntagstraining

Wieder zurück in Deutschland habe ich die letzte Woche genutzt, um den "Jetlag" abzubauen, zudem war die Spastik in meinen Füßen/Beinen war recht hoch und ich hab erstmal etwas Ruhe gegeben, vor allem auch nach dieser Wahnsinnshitze. 

"Japan ist ausgepackt", weggewaschen und ich habe heute relativ erholt mit Sabine mein erstes Kugelstoßtraining auf der frisch renovierten Anlage am Krehlebogen gleich hier bei mir im Stadtteil (10 Minuten von meiner Wohnung) absolviert. 

(Wer Sabine noch nicht kennt...das ist die sportliche Dame mit dem Fahrrad, die seit wir 11 Jahre alt sind, meine beste Freundin ist und wir trainieren auch gerne zusammen!)

In meinem Stadtteil gibt es ein Alt- und ein Neuperlach. Obgleich beides nah beieinander liegt, könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Wenn man von meinem Haus losfährt, dann wird es innerhalb von 10 Minuten sehr ländlich. Das gefällt mir immer recht gut. 

Ich habe mich sehr gefreut, dass nun die Kugelstoßanlage auch noch neu gemacht worden ist. Der Ring ist stumpf (gerade richtig für mich)...über was man sich doch freuen kann!! :-) Sogar Haken zum Festmachen eines Wurfstuhles wurden auf der Seite an jedem Ring angebracht. Ich bin wirklich beeindruckt!! 

Heute zum Einstand habe ich das Shirt angezogen, das ich mir im Yashima Stadion in Takamatsu gekauft habe. Sie hatten nur eines in meiner Größe da. 

Wir hatten viel Spaß, vor allem bei den moderaten Temperaturen. Ich werde in der nächsten Woche etwas "Gas" geben, ein paar Einheiten mehr drauf legen, denn es geht in den Endspurt in Richtung WM Dubai!!

Das Trainingsdefizit (aufgrund der Schulter-OP) ist schon spürbar, auch dass die Schulter noch nicht ganz in Ordnung ist. Bei der letzten Untersuchung in der Ambulanz (letzte Woche) habe ich zwar "grünes Licht" bekommen, dass ich alles machen darf, obwohl die Schulter noch etwas entzündet ist, aber das soll ich schmerzabhängig entscheiden. Ich denke, das schaffe ich! 

ABER ich bin wirklich sehr zufrieden mit dem, was ich im Moment leiste und kann für das, was hinter mir liegt in diesem Jahr. 

Wurf-Camp Takamatsu Teil 2 und Good-bye Japan!

Nach einer letzten Trainingseinheit (an einem erneut heißen Tag!) in diesem tollen Stadion in Takamatsu packte ich schon mal ein paar Sachen, denn das Nachmittagsprogramm war wieder sehr gut gefüllt. 

Wir holten Miyuki vom Flughafen ab, die extra für die Vorträge und die Feierlichkeit am Abend aus Tokio mit dem Flieger gekommen war. 

Mein Vortrag an diesem Tag war heute speziell für die Athleten, die mir Fragen über meine Motivation, auch darüber stellen konnten wie ich mich vor einem Wettkampf konzentriere und auch darüber wie ich z. B. mit schlechten Versuchen umgehe. (Ja, auch ich habe für meine Verhältnisse schlechte Versuche!)

Hier war es sehr gut, dass Miyuki übersetzen konnte. Anwesend waren auch ein paar Lehrer, eine Firma für Nahrungsergänzungsmittel, die nach mir einen Vortrag gehalten hat und ein Zahnarzt, die seinen Mundschutz vorstellte, der aber in Japan schon sehr verbreitet ist. Auch für mich interessant. 

Anschließend gab es eine riesige Feierlichkeit mit über 50 Personen, die ich teilweise kannte, teilweise waren es wichtige Persönlichkeiten aus Takamatsu. 

Jeder von uns und den anderen Athleten sollte das Camp nochmal aus seiner Sicht Revue passieren lassen. Die japanischen Athleten wurden auch dahingehend befragt wie sie im normalen Trainingsalltag zurecht kommen und was ihre Ziele für die nächste Zeit sind. Sie konnten hier auch nochmal gute Kontakte knüpfen. 

Alle betonten, was für eine tolle Zeit es miteinander gewesen war und wie schön es wäre, über eine Trainingslagerfortsetzung in Deutschland nachzudenken. Ja, wir denken das an!! Wäre ja auch gut umzusetzen. Doch nun zuerst der Fokus auf die WM in Dubai!!!

Der Abend war insich sehr gelungen, sehr lustig und es gab viele gute Gespräche. Eingeladen waren auch paralympische Athleten anderer Sportarten, die in der Umgebung trainieren.

Jeder, der in irgendeiner Weise etwas mit dem Camp zu tun gehabt hatte, war an diesem Abend eingeladen. 

Takamatsu ist eine großartige "Kleinstadt" Japans mit sehr offenen und netten Menschen, die mir gegenüber extrem gastfreundlich waren. Sie taten alles, dass ich mich wohl fühle, dass ich eine unvergessliche Zeit erlebe im "Gegenzug" für das "Wurf-Camp". 

Es war ein großartiges Projekt, an das wir alle noch lange zurückdenken werden. 

Diese Begegnungen mit all diesen Menschen, auch das, was ich in dem Kindergarten und der Highschool erleben durfte, das ist für mich Japan. 

Tempel/Schreine und andere Sehenswürdigkeiten sind toll und es ist schön, dass ich im Vorfeld der Paralympics auch im Regen und mit Wolken etwas sehen konnte, aber das wahre Japan, das habe ich erst im Wurf-Camp kennengelernt und dafür bin ich sehr dankbar!!! 

Auch wenn sich das jetzt sehr pathetisch anhört, aber mit "Takamatsu im Herzen" werde ich nächstes Jahr nach Tokio fliegen. (wenn alles mit Norm etc. gut läuft!!)

 

Geburtstagskuchen für Yokiko und mich - hab mich total gefreut!!
Geburtstagskuchen für Yokiko und mich - hab mich total gefreut!!

Dann fuhren wir am nächsten Tag von Takamatsu nach Amagasaki (in der Nähe von Osaka), wo das Hotel für den Wettkampf war. 

Es war einfach nur HEISS. Kaum hatte man was getrunken kam es durch sämtliche Poren des Körpers wieder raus. Das war an den Tagen davor auch schon so, aber Training bei diesen Temperaturen hat schon was von Megaqual. Und man muss auch wirklich aufpassen, dass einem nichts passiert. Gut, dass in Geschäften so kleine Drops verkauft werden, die den Salzhaushalt wieder ausgleichen und es gibt auch noch andere Tütchen (natürlich dopingfrei!), damit man nicht aus den Latschen kippt. 

Ich habe einfach nur getrunken. In rund 4 Stunden konnten das schon mal 2,5 Liter sein. Im Training habe ich es auch mal auf 3,5 Liter gebracht. Über den Tag hatte ich rund 5 Liter. 

Abendlicher Umzug einer Mikoshi eines Schreins von Amagasaki. 

Am nächsten Tag war dann Training auf der Universitätssportanlage von Osaka angesagt. 

Ich will betonen, dass auch die Japaner unter der Hitze leiden! Was ich mit am stressigsten finde ist, dass man nur heiße Luft einatmet. Das treibt den Puls extremst in die Höhe, also meinen auf jeden Fall. Das Training lief - unter diesen Bedingungen - nicht schlecht. Es war echt nett mit den anderen japanischen Kugelstoßern. 

Es gibt so eine Benebelungsanlage, die ich als sehr angenehm empfunden habe und zum Schluss haben mich meine Wurfathleten noch etwas anders bewässert. Das Video kommt gleich. Doch besser ging es an diesem Tag nicht! 

Am Nachmittag war dann Siesta vor dem Wettkampf. 

Am Tag drauf war dann der Wettkampf. Es sollte kein Kampf gegen Gegner, sondern nur gegen die Hitze werden. Das war an diesem Tag mein größter Konkurrent. 

Was ich nicht wusste, weil es mir leider keiner gesagt hat, dass es nur drei Versuche gab. Ich hätte mir den Wettkampf sonst anders eingeteilt. 

Das ist jetzt auch gar nicht schlimm, aber man spart sich halt immer noch ein paar Kräfte für "den Endkampf" auf und der war halt dann nicht. 

10,54m ist eine Weite, die ich normalerweise im ersten Versuch aus dem Stand stoße. Den ersten Versuch habe ich - ehrlich gesagt - verhauen. 

Für den ersten Wettkampf nach der Schulter OP (den mir die Ärztin eben mal so erlaubt hat) und diese Wetterverhältnisse ist das wirklich o.k.!! Es ist sogar mehr als nur in Ordnung. Ich kann wirklich zufrieden sein :-) Worüber ich sehr froh bin ist, dass ich diese Wetterverhältnisse (die Hitze) live im Training und Wettkampf erprobt habe. Mir wurde gesagt, dass sich die Hitze zu den Paralympics hin nur wenig ändert, insofern kann man sich dann anders drauf einstellen. Das ist wirklich gut. Die Erfahrungen lassen sich auch ans Team weitergeben. 

Eine japanische Siegerehrung. Super!! Und die Medaille sieht toll aus. Bei diesem Wettkampf sind Behinderte und Nicht-Behinderte ohne Punktsystem zusammen gestartet. Der mit der besten Weite hat gewonnen. 

Dann hieß es Abschied nehmen von meinen Wurf-Camp Athleten und Freunden. Die "Mädels" mussten leider schon früher abreisen. 

Wako (sehbehindert), der neben mir sitzt, schrieb mir heute nochmal, wie sehr im diese Zeit in Takamatsu und Osaka gefallen hat und wie viel es ihm bedeuten würde, dass das keine einmalige Geschichte gewesen ist. 

(Ich glaube, das wird es auch nicht gewesen sein...aber für heute...zur Ruhe kommen....Ziele anvisieren und dann wieder darauf zurückkommen!)

So nehmen Japaner die deutsche Sprache wahr...wir hatten sooooo viel Spaß zusammen. Das ist nur ein Ausschnitt!

Nach dem Wettkampf ging es für mich noch einmal in "mein" APA Hotel nach Osaka. Mein "Basis-Hotel", die immer so nett und zuvorkommend waren, wo ich ein Teil meines Gepäck während der gesamten Reise lagern durfte und ich habe mich in jeder Hinsicht sehr sehr wohlgefühlt. 

Und zum Abschied sagten sie mir, dass sie mich vermissen würden, weil ich so oft bei ihnen war und dass ich bitte einmal zurückkommen soll. Ich schreibe auf jeden Fall eine Postkarte aus München. 

Die letzte Nacht musste ich dann nochmal in einem Kapselhotel verbringen - am Flughafen Kansai (in Osaka). Mein Flug ging recht früh und es wäre logistisch nicht machbar gewesen, also habe ich dort übernachtet. 

Müsste ich jetzt einen Kapselhotelvergleich machen (The Millenials in Kyoto) und dieses am Flughafen von Osaka (auch höherwertig), so würde ich immer "The Millenials" vorziehen. Warum? Die Kabinen sind absperrbar, das Gespäck ist nur außerhalb vor der Kabine mit einem Schloss abzusperren und das ist ungut für mich, die ich einen Rucksack als Handgepäck habe. Ich kuschelte mit ihm dann in der Kabine. Auch kein gemeinsamer Aufenthaltsraum. 

Wo soll ich als Schlußresümeé anfangen? Vielleicht auf dem Foto links beim Gepäck. Das war schon ein logistisches Großunternehmen für mich und hat viele Überlegungen gebraucht wie ich das alleine bewältigen kann. Das Gepäck war notwenig, weil ich ja einiges für die Athleten und für's Trainingslager mitbringen musste und zudem auch Zeit davor im Land verbracht habe. Ohne Sabine, die mich zum Flughafen gebracht und wieder abgeholt hat (DANKE!!), ohne viele Überlegungen wie das vor Ort funktioniert - keine Chance!! 

Japan ist extremst vielfältig und man muss sich an vieles erst langsam gewöhnen. Es braucht ein paar Tage bis man sich daran gewöhnt hat, dass nichts mehr in der eigenen Sprache geschrieben ist, so gut wie keiner Englisch spricht, das Essen total anders ist und dass alles einfach größer ist. 

Es wird eine Weile dauern bis ich die Eindrücke von Japan verarbeitet habe. Das alles war sehr vielfältig. 

Würde man mich fragen: Japan alleine oder mit geführter Pauschalreise? Darauf kann man keine eindeutige Antwort geben. Mit Japan alleine lernt man das Land "ungeschminkt" kennen, kann persönliche Akzente setzen. In einer Pauschalreise kann man dies nicht so. Ein Mix ist eventuell keine schlechte Sache. 

Ich durfte - wie schon erwähnt - ein ganz besonderes Japan erleben. Ich hatte Einblick in das Leben der Menschen und mein Wurf-Camp war ein voller Erfolg, das freut mich sehr. 

So verabschiede ich mich für heute mit einem herzlichen Dank: ARIGATOU GOZAIMASU!

Wurf-Camp Takamatsu Teil 1

Ich sitze hier in meinem klimatisierten Appartement, habe - wie die anderen Athleten auch - heute Nachmittag eine kleine Auszeit und versuche diesen Blog Post anzufangen. 

Doch es sind so viele Eindrücke, so viele Erlebnisse, die in den letzten Tagen auf mich eingeströmt sind, dass das gar nicht einfach wird. 

Fangen wir mal so an: Geplant war ein Wurf-Camp in Takamatsu und einer der Athleten Tsukasa hat um das Trainingslager herum ein ganzes Rahmenprogramm gestrickt, was ich ganz großartig finde und wofür "Danke" eigentlich ein zu kleines Wort ist. 

Leider können nicht alle Athleten die ganze Zeit beim Camp mit dabei sein, aber ihnen und mir gefällt diese Zeit gleichermaßen sehr gut, wir haben alle sehr, sehr viel Spaß. Das möchte ich vorwegschicken bevor ich weiterschreibe. 

Das Stadion in dem wir in Takamatsu trainieren dürfen, ist erst rund 2 Jahre alt...so einen Bau als Trainingsareal habe ich noch nie gesehen. Und was mich am meisten fasziniert ist, dass wir gestern, nur 35km weiter in einem ähnlichen Stadion waren. Ähnliche Größe. Der Aufwärmplatz war ungefähr so groß wie unsere Wettkampfplätze. Die Dimensionen und die Förderung des Sports sind hier irgendwie anders. Es wird halt mehr die Leichtathletik, Baseball, Rugby und Hallensportarten gefördert. 

Nach einem ersten Trainingstag war ich in einen der örtlichen Kindergärten eingeladen worden. Sehr spannend. Eine Übersetzerin kam mit und zu verschiedenen Fotos von mir habe ich - natürlich kindgerecht - immer ein paar Sätze gesagt. Danach haben wir eine DVD von allen paralympischen Sportarten angeschaut und die Kinder sollten danach mit uns noch Sitzvolleyball mit Luftballons spielen. Ich war extremst fasziniert wie aufmerksam die Kleinen da saßen und natürlich hatten sie dann beim Spielen auch viel Spaß. 

Man muss natürlich immer fragen, aber ich darf das, was mir die Kinder danach noch gesungen haben hier auch zeigen. Es war fantastisch!!

Die Kinder wollten mich gar nicht mehr gehen lassen. Ein tolles Erlebnis für beide Seiten und einen Tag später sprach mich eine Frau vor dem Haus an, in dem das Appartement ist, in dem ich zur Zeit wohne. Es ist in einem Vorortwohnviertel in Takamatsu. Sie fragte mich, ob ich die Frau aus Deutschland mit der Goldmedaille wäre und erst einen Kindergarten besucht hätte. Dann zeigte sie mir das Foto ihrer Tochter, die genau in dieser Gruppe war und meinte, dass diese so wahnsinnig glücklich nach Hause gekommen wäre. Dieser Bericht kam dann noch im Fernsehen. 

Das ist das Foto von dem Abendessen, wo dann wirklich alle Athleten anwesend waren. Auch hier war es nicht "nur" ein Essen, es wurde von Privatleuten gekocht und auch die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Sie haben sich sehr gefreut, dass wir alle ihre Gäste waren, sie freuten sich, dass sie mehr von mir erfahren konnten. 

Das Essen war - gelinde gesagt - fantastisch und dank Übersetzungs Apps am Handy oder kleinen Geräten (Pockettalk) kann man sich heute auch in Japan mit Menschen verständigen, die kein oder nur sehr schlecht Englisch sprechen. 

Die Dame, die hier so ganz euphorisch ins Foto lacht, leitet einen Laden, in dem Schuluniformen und andere Dinge genäht werden. Hier haben wir auch gegessen. 

All das, was ich hier erlebe, das wird das Japan sein, das ich in den Erinnerungen mit nach Hause nehme. 

Für jeden Tag sind (mit zwei Mal OFF) zwei Trainingseinheiten angesetzt. Die Hitze macht es einem nicht leicht und pro Einheit trinkt man schon mal 2,5-3 Liter weg. Wir machen auch moderat, keine Sorge. Was sich die Sonne zurückgehalten hat (Sightseeing), das gibt sie jetzt aber doppelt zurück. 

Auf dem Bild recht oben ist Mariko zu sehen. Sie ist in meiner Gruppe und mit der Idee und meinem Wunsch, ihr etwas zu helfen, hat alles angefangen. Ich würde es mir sehr wünschen, dass sie sich so steigern könnte, um Tokyo2020 dabei zu sein und ich denke, das ist auch möglich. Die Paralympics im eigenen Land sollte man als Athlet erleben!!

Wako ist ein sehr guter Speerwerfer und witziger junger Mann. 

Die Gegend um Takamatsu ist bekannt für seine Udong-Nudeln und darum essen wir sie auch oft zu Mittag. Ich schaffe das jetzt auch schon ganz gut mit Stäbchen. 

Die Abende, die wir nach dem Training zusammen verbringen sind immer sehr lustig und interessant für beide Seiten. 

In Japan wird auch gerne mal ein Döschen Bier nach dem Training getrunken (wie bei uns auch) und wir alle fragen uns mit den Tagen immer mehr durch sehr viele Themengebiete: Sportlich, privat, Deutschland allgemein, wie man so wohnt, was jeder so gerne macht... . 

Wir lernen voneinander und haben - wie ich schon öfter erwähnte - eine Menge Spaß. 

Gruppenbild aller Athleten des Wurf-Camps 2019 in Takamatsu (Design Shirts: M&M Sports)
Gruppenbild aller Athleten des Wurf-Camps 2019 in Takamatsu (Design Shirts: M&M Sports)

Gestern Abend nach einem sehr anstrengenden Trainingstag (extreme Hitze!) sind wir dann zum Barbecue gefahren. Japanisches Barbecue muss man erlebt haben!!

Folgende kleine Geschichte möchte ich vorausschicken. Noch im APA-Hotel in Osaka roch ich an einem Abend so fiesen Rauch, dass ich dachte, es brennt irgendwo im Hotel. Auf meine Nachfrage im Hotel, schmunzelten alle und meinten, dass dies "Japanese barbecue" wäre. Ich konnte dieses "Schmunzeln" nicht ganz deuten, aber heute verstehe ich es. Die Rauchentwicklung beim Grillen ist so groß, dass ich gar kein Wort dafür finde. Es werden auf jeden Fall Minifleischhäppchen auf den Grill geworfen, die dann auch gleich durch sind. Die tunkt man in japanische Barbecue Sauce und zwar verteilt auf ein oder zwei Tellern und jeder bedient sich davon. (Mit Stäbchen) Man teilt übrigengs meist sein Abendessen mit den anderen. Es wird eine Auswahl eingekauft und davon bedient sich dann jeder. Auch im Restaurant. Finde ich persönlich gut. Auf dem Foto stößt jeder mit mir mit alkoholfreiem Bier an, das extra besorgt wurde, weil ich ja keinen Alkohol trinken darf. 

Heute morgen war ich dann in einer der örtlichen Highschools zu Gast und habe einer Kalligraphie-Darbietung beigewohnt, die ich unheimlich stark fand. Wir haben das Ganze auf Video, so könnt Ihr Euch selbst ein Bild davon machen. Herausgekommen ist dann dieses Gesamtkunstwerk. Was es darstellt, das wird im letzten Video von einer der Studentinnen erklärt. (Auf jeden Fall ist auch ein Kugelstoßer drauf zu sehen!)

Anschließend habe ich einen Vortrag vor den englischsprechenden Highschool-Studenten gehalten und ich war (wie auch schon beim Besuch des Kindergartens) fasziniert davon wie ruhig und interessiert die Studenten zuhörten. Kein Schwätzen, kein Tuscheln, kein Spielen am Handy...woah!!

Es kamen danach auch viele Fragen und sehr rührend war, dass viele "eine Goldhand" schütteln wollten. 

Der 4. (volle) Tag in Takamatsu geht in einem sehr guten japanischen Restaurant zu Ende. Man konnte per Touch-Pad wählen. Diesmal lernte ich Kaito, einen jungen Tennisspieler und seinen Vater kennen. Der junge Grundschüler war sehr klug, im Sport schon extrem ambitioniert und gut. Seine Fragen weit über das Niveau eines Kindes in diesem Alter, das ich sonst gewohnt bin. Hat mir gefallen. 

Morgen "darf" ich ein wenig ausschlafen, dann ist Training und am Nachmittag spreche ich nochmal. 

Der nächste Blog wird wahrscheinlich in ähnlich zusammengefasster Weise kommen, denn abends bin ich meist extrem erschöpft, da geht einfach nichts mehr. 

 

auch auf japanische Wetterberichte ist kein Verlass

Gestern Nacht gewitterte es - getreu dem Wetterbericht - noch ziemlich und dieser sagte auch für heute Regen und weitere Gewitterschauer an. 

Für's Wurfcamp war alles soweit umgepackt, Erholung wäre sicherlich nicht schlecht, aber ich war eigentlich ganz gut drauf. Ein paar Sachen wollte ich noch vorbereiten und plötzlich sah ich in einem der "Germany-Shirts" einen fiesen Flecken, den das Sonnenspray hinterlassen hatte als es beim Hinflug im Koffer ausgelaufen war. Also nochmal waschen. Und als ich unten in der Lobby war, da sah ich sie, die Sonne!! (ich muss hinzufügen, dass man von meinem Fenster aus nur eine Wand sieht, also muss ich erst runter, um das Wetter zu checken)

Ich hatte ausgeschlafen, was mir sicherlich gut getan hatte, für eine Tagesplanung (mit Sonne) war das leider eher hinderlich. 

Eine hochgelobte Shoppingmeile gab es noch - auch in der Nähe des Bahnhofes, wo ich gleich wohne, die soll sehenswert sein. (Es gäbe da noch viel mehr ShoppingMEILEN, aber was halt so auf Tripadvisor steht!) Nun gut, solche Sachen sind in Deutschland doch eher rar, vor allem ist das bei uns alles anders und darum ist es einfach lustig, mit Kaltgetränk durchzuschlendern.

(Ein Getränk darf man im Gehen trinken, essen darf man nichts!) 

Mittlerweile schaffe ich es auch, meinen Weg zur U-Bahn ohne Google-Maps zu hin- und zurück zu gehen. Ich gehe mit den Leuten in den U-Bahn Geschossen relativ normal und stehe nicht mehr wie so ein Depp da, der vollkommen hilflos an jeder Ecke nicht mal ein Schild an der Wand findet. Ich kann mich richtig in die Reihen einordnen, nehme meinen Rucksack beim Einsteigen vom Rücken und wechsle ihn nach vorne und stehe "entspannt" gequetscht in der Menge bis zu meiner Haltestelle. Man kann sich an Japan gewöhnen, es dauert halt nur ein Weilchen. 

"HEP Five", so heißt das 9-stöckige Einkaufsmeilen-Vergnügen, ist dann doch eher was für hippe Teenies oder die junggebliebenen Dreißiger. Ich fand es tatsächlich interessant durchzuschlendern, hätte mir aber drei oder vier Stockwerke sparen können. (Hab auch abgekürzt!!)

Den roten Wal in der Eingangshalle fand ich noch das coolste. Man hätte auch mit dem Riesenrad fahren können, aber aufgrund der Ausgabe für das Aussichtshochaus gestern sparte ich mir das und weil es in der gleichen Gegend (keine neuen Ausblicke!).

Für das Geld kann ich drei bis vier Mal essen. 

Zum Abschluss bin ich nochmal durch "Yodobashi Camera" und habe mir diesmal Rucksäcke und Geschäftstaschen angeschaut. Mich fasziniert dieser Laden und die Auswahl darin ungemein. Es gibt für jede Sparte eine Auswahl, da haut es einen echt aus den Socken. Also sollte jemand mal eine schicke Geschäftstasche brauchen...ich sag nur: "Yodobashi Camera"...lasst Euch von dem Camera im Namen nicht verwirren...das ist halt drin, die führen ALLES!!!...nun gut, keine Lebensmittel, aber man kann in einem Restaurant essen. 

Ich war jetzt in jeder Abteilung, habe auch japanische Reiskocher, Waschmaschinen, Kochgeräte für spezielle Kartoffeln angeschaut...der Hammer, was es nicht alles gibt. 

Sowas ist für mich Japan. Das ist dieses Außergewöhnliche, das wir einfach nicht haben, das wir uns auch nicht vorstellen können bis wir es gesehen haben. Aber preiswert ist Yodobashi Camera leider nicht...bei manchen Sachen könnte man ein Schnäppchen machen, weil die TAX-free sind. 

Ich habe nur ein Übersetzungsgerät gekauft, das ich für's Trainingscamp brauche, damit ich mir leichter tue. Da können die Athleten leichte Sätze reinsprechen und dann übersetzt das Teil. Und ich kann das gleiche machen. Wirklich super das Ding. Nicht ganz günstig, aber wird sich nächstes Jahr für die Paralympics auch nochmal bewähren. Es "spricht" auch noch andere Sprachen. 

 

Am 01.07. kam ich nach Japan und bin rund 22 Tage (mit Unterbrechungen) durch dieses Land gereist. Ich habe viel von Tokyo, Kyoto und Osaka gesehen, habe einige Menschen kennengelernt und mich gefreut, dass ich vor den Paralympics im nächsten Jahr (muss ja erstmal klappen!!) die Gelegenheit, dieses Land ausgiebig anzuschauen. 

Tokyo war für mich ZU GROSS. Es ist mir unheimlich schwer gefallen, mich in dieser Stadt zurecht zu finden. Es gibt Orte, die muss man gesehen haben, vor allem auch in Tokyo. Natürlich hat mir Tokyo auch Spaß gemacht, aber mich hat diese Stadt angestrengt wie noch keine zuvor auf dieser Welt, die ich bereist habe. 

Meine Tipps für Tokyo: Unbedingt Pasmo oder Suica Card kaufen oder die Icoca Card von Osaca mitbringen, die gilt auch für ganz Japan. Diese Karten können immer wieder (wirklich einfach!) an den Automaten aufgeladen werden und man braucht sich keine Gedanken zu machen, mit welcher Linie man fährt, ob die entsprechende Karte da auch gilt und spart auch viel Zeit, weil man nicht immer die Karten am Automaten rausholen muss. UND holt ihr aus Versehen einmal die falsche Karte, ist diese ungültig, gibt keine Erstattung. Passiert mit den anderen Karten nicht. Zudem können mit diesen Karten auch Getränke an den überall in den Städten rumstehenden Getränkeautomaten gekauft werden (ist nicht teurer als im Geschäft!)

Sucht Euch für Tokyo bitte ein Hotel im Stadtzentrum und bitte IMMER in der Nähe einer Metrostation. Also in der Nähe heißt eigentlich direkt daneben. Eure Füße werden es Euch danken. Ihr lauft schon innerhalb den Metrostationen sehr viel!

Die APA-Hotel-Gruppe, die ich während meiner gesamten Reise gebucht hatte kann ich nur wärmstens empfehlen. Nein, ich bekomme dafür nichts, dass ich das schreibe, aber ich war und bin echt sehr zufrieden. (Preis-Leistungsverhältnis war fantastisch!) Zudem könnte man hier auch einen Koffer lagern, wenn man wieder in das Hotel zurück kommt, was sehr praktisch ist. 

Für Tokyo nicht zuviel vornehmen am Tag...man schafft es eh nicht und verliert viel Zeit beim Suchen. 

Ach ja, eins, was SEHR wichtig ist: bitte eine japanische SIM-Karte besorgen, diese in ein zweite Handy einlegen oder wer keinen Wert auf seine Handynummer während des Japanaufenthaltes legt, der kann sie auch ins normale Handy tun. Das zweite Handy dient als Hotspot, also als eine Art Modem. 

Die Sim-Karte von MOBAL habe ich. Leicht zu handhaben, gut zu aktivieren, toller Kundenservice und man kann erweitern. 

 

Kyoto hat mir extrem gut gefallen. Es war mehr das Japan mit den Tempeln und Schreinen, das Japan mit all der Tradition, die dort zu sehen war. Es war auch keine so große Stadt. Ungefähr die gleiche Einwohnerzahl wie München. 

Ja, auch in Kyoto habe ich mich ein wenig verlaufen, fand aber leichter zurück und die Menschen waren auskunftsfreudiger, sie waren auch offener. 

Die Erfahrung vom Kapselhotel war auch lustig, der Kontakt mit den Leuten dort ebenfalls wertvoll und der Austausch über deren Japanerfahrungen interessant zu hören. 

Wer meinen Rat möchte, der plant bei einem Japanaufenthalt für Kyoto eine Woche ein. Von Kyoto aus lässt sich auch vieles unternehmen, aber diese Stadt ist so vielfältig und ich habe das nicht ganz richtig für mich organisiert. 

Osaka, mein Start und Endpunkt habe ich deshalb so gewählt, weil ich von hier aus morgen nach Takamatsu zum Wurfcamp aufbrechen werde und weil am 02.08. in Osaka der Wettkampf sein wird, an dem ich teilnehme. 

Auch Osaka hat mir gut gefallen und hier gibt es einiges zu sehen und zu machen. Gerade auch Familien kämen mit den Universal Studios, dem Aquarium, etc. wirklich auf ihre Kosten. Nara, die Stadt mit den Rehen, liegt auch nur einen Tagesausflug entfernt. 

Ach so, eins noch...wer jetzt fragen sollte: soll ich eine "Pauschaulreise für Japan" buchen also so eine Rundreise, wo schon alles organisiert ist, wo ich mich um nichts kümmern muss, etc. oder soll ich mir mein Programm selbst basteln und auf "Japan-Abenteuertour" gehen? 

Ich würde die "Japan-Abenteuertour" empfehlen, weil man auf diese Weise das Land "ungeschminkt" in seinen ganzen Facetten kennenlernt und das hätte ich um keinen Preis missen wollen. Manches war nicht so leicht, aber auch diese Reiseerfahrungen sind es, die einen wachsen lassen und ich möchte die Welt gerne erleben wie sie ist.

So, ab morgen gibt es dann Berichte aus Takamatsu...ich darf nochmal mit dem Shinkansen fahren :-)...und aus dem Wurf-Camp!! Das war ja schließlich der Hauptgrund der ganzen Japan-Geschichte und ich freue mich sehr drauf! Nun beginnt der sportliche Teil. 

 

Ein guter Mix

Heute hab ich das japanische "Bitte nicht stören"-Schild an die Türe, habe ausgeschlafen und das war echt schön. Das japanische Frühstück ist nicht schlecht, aber vieles mag ich nicht so arg und dann ist mir das Geld zu schade und ich kaufe lieber am Vortag den wirklich supergenialen kalten Milchkaffee plus ein süßes abgepacktes Brötchen mit Melonencremefüllung. Das hört sich schräg an, es schmeckt aber total klasse. 

Jedes Hotelzimmer hat einen kleinen Kühlschrank und die kleinen Gemischtwarenläden sind wirklich überall (im Abstand von 500m) zu finden. Sortiment ähnlich. Ich gehe schon auch mal was essen, aber dort kann man wirklich auch günstig was kaufen, das lecker schmeckt. (Auch abgepacktes Sushi...) 

Anschließend habe ich im Hotel Wäsche gewaschen. Wie das funktioniert zeige ich Euch im folgenden Video. Normalerweise hab ich immer Rei in der Tube dabei (auch hier in Japan), aber ich dachte mir, jetzt wage ich es mal und werfe eine Trommel Wäsche rein. Ist doch sonst immer alles mühsamer und ich muss sagen, das war echt einfach. Und für 400 Yen, also aufgerundet rund 3,50 Euro, eine Ladung Wäsche in der Waschmaschine gewaschen und danach im Trockner getrocknet, da kannst nicht meckern für den Preis! Wäsche nicht eingegangen, sauber, alles gut. Kann ich empfehlen. 

(Man kann keine Gradzahl einstellen, aber das Teil wäscht wohl sehr moderat und der Trockner trocknet ähnlich)

 

Während des Waschens und Trocknens habe ich schon mal etwas Gepäck für das Wurfcamp umgepackt, denn ich habe ja zwei Koffer. In dem einen sind hauptsächlich Sachen für die Athleten, für das Trainingslager und dann auch für den Wettkampf in Osaka und den anderen Koffer hab ich zum Herumreisen davor mitgenommen. 

Es war schon grandios, dass der eine Koffer und noch eine kleine Tasche immer in dem "Basis-Hotel" in Osaka bleiben konnte. Wäre sonst schwierig geworden. 

Das Camp ist zwar - von meiner Seite - vorbereitet, aber ich habe noch ein paar Sachen (im Kopf) nachbereitet und Materialien (aus dem Internet) runtergeladen. Ich freue mich sehr auf diese Zeit, weil auch ein vielfältiges Programm geplant ist, von dem ich natürlich berichten werde. 

Das Wurfcamp und der Wettkampf waren und sind für mich der Hauptgrund, warum ich nach Japan gekommen bin. Nun habe ich "etwas" Sightseeing vorher mit eingeschoben, weil so eine Gelegenheit nie wieder kommt und danach hab ich keine Zeit mehr. Zudem war ich von der Schulter her eh noch nicht fit. 

Die Graffitis sind übrigens aus einem Tunnel vom Weg zum Umeda Sky Building. 

Eigentlich war für heute Regen und Gewitter angesagt und als dann um 12.30 Uhr die Sonne rauskam, da dachte ich mir, dass ich nun doch noch dahin aufbrechen könnte.

Die nette Dame von der Rezeption erklärte mir den Weg. 

Das Umeda Sky Building ist das neunzehnthöchste Gebäude in der japanischen Präfektur Osaka und eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Es besteht aus zwei 40-stöckigen Türmen, die in den beiden obersten Stockwerken miteinander verbunden sind. Der Eintritt ist mit 1.500 Yen ziemlich gesalzen, aber es lohnt sich schon hochzufahren und reinzugehen. 

Die Aussicht war wirklich klasse, hat mich gefreut, dass ich das noch gemacht habe. 

Man kann auch noch einmal ganz hoch und außen so einen Skywalk machen, wenn es nicht genau dann zum Regnen angefangen hätte. 

Anbei wieder ein paar Fotos von der Aussicht und was da oben noch so alles zu sehen war. 

Wieder im Freien begrüßte mich ein ziemlicher Regenschauer, aber die sind in Japan sehr warm. Es ist auch irgendwie kein Regen von dem man sofort klitschnass wird...es ist nass, aber wenn ich ehrlich bin, dann gefällt es mir sogar, im Regen zu gehen. Ich glaube, die ganzen Japaner mit den Regenschirmen haben mich für ziemlich bekloppt gehalten, dass ich ohne irgendeinen Regenschutz durch die Gegend gestiefelt bin. War ja auch nicht weit bis zur U-Bahn und kalt war es sowieso nicht (30 Grad!). 

Heute gab es mal ein lecker Ramen-Süppchen und danach eine Spezialität aus Osaka. Irgendso ein Gebäck, in das Eis reingepresst wird. Schmeckte extremst lecker. 

 

Die Mizuno-Schnitzeljagd

Das ist der Flagshipstore von MIZUNO in Osaka.

Hier wollte ich gestern schon hin, aber ich muss gestehen, gestern hab ich einfach nur falsch gelesen. Gut, das kann ja mal vorkommen. Doch ich dachte mir, wenn ich schon mal in der Nähe bin (in Dotonbori), dann spring ich doch gleich rein. 

Der freundliche Verkäufer rief dann in dem Shop an (in welchem sagte er nicht oder wenn, dann hab ich das japanische Englisch nicht wirklich verstanden) und meinte, dass die Kugelstoßschuhe vorrätig wären. Das erfüllte mich doch mit großer Freude. 

Er drückte mir daraufhin einen Zettel mit Wegbeschreibung in die Hand, auf dem er nur noch den Ausgang markierte, damit ich schneller zum Shop komme. 

Klar und deutlich war in rot dieser Shop markiert und als ich dort gestern ankam, hatte dieser leider um 19 Uhr (!!) bereits seit 10 Minuten geschlossen. Gut, das war nicht wirklich schlimm, er lag quasi um die Ecke zu meinem Hotel (800m) und ich war dann heute um 11 Uhr wieder dort. 

Der Shop war riesig, nur dumm, dass er nur für Golf-Equipment war. 

Der Verkäufer dieses Shops gab mir wiederum eine Beschreibung für den Shop in dem Gebiet, wo ich das Panoramafoto gepostet habe. Es war unheimlich schwierig, dorthin zu finden. Der Mizuno-Shop ist im 8. Stock eines Kaufhauses (schönes Kaufhaus!) untergebracht, aber ich konnte mir bereits beim Betreten unschwer vorstellen, dass die dort meine Schuhe haben. So war es dann auch.

Mittlerweile war ich in einem Zustand zwischen "genervt-hungrig-durstig" und als diese Verkäuferin (wirklich freundlich) sagte, dass ich doch "nur" an dem Riesenrad vorbeigehen müsste, dann gerade aus und dann zwei Mal links und dann wäre ich schon da. Das wären maximal 10 Minuten zu gehen. Als sie das sagte, da musste ich SEHR schnell gehen, sonst hätte ich entweder mit den Augen gerollte oder zu schreien angefangen. Wie um Himmels willen soll ich denn bitte wissen, wo dieses Riesenrad ist und dann "gaaaaaanz einfach"...in diesen Städten ist NICHTS ganz einfach, das findet auch "google-maps"! Google-maps schlägt mir hier vier (!!) verschiedene Routen vor, wenn ich was eingebe, die angeblich immer gleich schnell und gleich lang sein. Is klar!!

IRGENDWANN war ich dann in dem Flagship Store angekommen und was war ich glücklich, dass sie zum einen die Kugelstoßschuhe und zum anderen auch noch meine Größe da hatten. Der Verkäufer sagte mir, dass das nicht selbstverständlich wäre, denn die meisten Japaner hätten eher kleinere Füße. 

Die Mizuno Kugelstoßschuhe sind derzeit in Europa nicht mehr erhältlich und man kann sie auch nicht mehr bestellen. (Nur über amerikanische Seiten und auch die verschiffen nicht immer nach Deutschland. Zudem ist das so ne Sache mit der Schuhgröße bei Mizuno. War es auch jetzt.)

Warum gerade diese Schuhe? Ich habe oft Probleme mit etwas glatteren Ringen und benötige etwas mehr Grip. Die Schuhe von Mizuno sind genau richtig. Mittlerweile habe ich drei Paar, von drei unterschiedlichen Herstellern, aber sie erfüllen alle genau ihren Zweck. Man muss sich so durchtesten durch das Materialangebot. 

Und dann hab ich noch einen Trainingsschuh von Mizuno mitgenommen, der erst vor 10 Tagen ganz neu rauskam. Das war ein regelrechtes "Woah-Gefühl" in diesem Schuh. 

Ich bin ein großer Freund von Adidas-Klamotten, bei Schuhen ansonsten Asics, aber dieser Schuh, der toppt alles!

Der Verkäufer war extrem nett, natürlich kommt man etwas ins Gespräch, wenn jemand extra in vier Läden läuft um Kugelstoßschuhe zu kaufen und er war dann auch sehr stolz als er hörte, dass ich schon an den Paralympics teilgenommen habe. Habe ihm eine Autogrammkarte geschenkt. Als ich mich im Laden noch umgeschaut habe (die Schuhe standen bereits an der Kasse) kamen vier Jugendliche, die vorher neben mir Spikes ausgesucht hatten, auf mich zu und wollten Autogramme auf ihre Handycover (eines war von Marvel!!) und auch ein Foto. Das hat mich schon ziemlich berührt und auch echt gefreut. Sie fragten auch nach einer Autogrammkarte. (Hatte ich im Rucksack.) 

Eigentlich wollte ich dann noch zum Umeda-Sky-Buildung, eigentlich! Das ist es hier...ich hatte es später auf irgendwelchen Irrwegen durch Zufall gefunden, bzw. sieht man es von hier...wie man von diesem Punkt dorthin kommt: ??? ...das sieht so leicht aus...doch dazwischen liegen Welten!!!

Ich hab mir nach Mizuno ein Häppchen bei "Taco Bell" gegönnt...gibt es bei uns auch nicht und da hatte ich Lust drauf. Sehr bewegt hat mich ein junger hipper Mann neben mir, der normal sein Essen gegessen hat, daneben am Handy gespielt hat und als er fertig war, stand er auf, faltete die Hände vor der Brust verbeugte sind vor dem Tablet und ging. Er hat Danke für's Essen gesagt und keiner hat dumm geschaut. Das fand ich ziemlich cool und hat mich beeindruck!

 

Und heute war dann irgendwie der Tag des "Umherschlenderns". So kam ich plötzlich an der Osaka-Station raus und dachte mir, dass ich dann auch die Fahrkarten für den 24.07., für die Fahrt nach Takamatsu kaufen könnte. Die hab ich jetzt und die Sachbearbeiterin konnte sogar mal etwas Englisch. 

Yodobashi-Camera sah von der einen Stelle (auf der Brücke) so weit entfernt aus und plötzlich, ein paar Schritte weiter, tat sich - wie aus dem Nichts - eine Schneise, bzw. eine neue Brücke mit einem Gang zu dem Gebäude hin auf. Ich kam mir vor wie in dem Harry Potter Film, wo sich die Treppen immer bewegen und man plötzlich irgendwo anders landet. 

Und so leicht war es dann auch, dass ich noch zu meinem Mini-Ventilator kam, den sie hier alle haben. Alles in allem, ein interessanter Tag. Ich habe sehr sehr viele Ecken von Osaka gesehen, die nicht auf meinem Plan standen und irgendwie war das ganz nett und ich freue mich über meine neuen Freunden: Mrs. Mizuno-Shotput und Mr. Mizuno-Training. 

Osaka Castle und Dotonbori

Wikipedia erzählt uns folgendes: "Die Burg Ōsaka befindet sich in der Stadt Osaka in der Präfektur Osaka in Japan. Sie ist eine von Japans berühmtesten Burgen und spielte eine wichtige Rolle bei der Vereinigung Japans im 16. Jahrhundert." 

Hab das deshalb mal zitiert, weil in der Burg selbst über 8 Stockwerke hinweg eine ganz hervorragend (und aufwendig) gestaltete Ausstellung ist, die hierüber auch berichtet. Das Ganze wird medial aufbereitet (in Japanisch und Englisch) mit kleinen Filmchen, mit alten Ausstellungsstücken (noch aus dieser Zeit) und auch die Schlachten sind mit kleinen Kriegern dargestellt. Ich war echt begeistert. 

Bin ja eh ein großer Geschichtsfan und deshalb hat mich das noch mehr interessiert. 

Wer einen internationalen Behindertenausweis besitzt (und der neue kleine deutsche Behindertenausweis in Kartenform ist automatisch international!) hat freien Eintritt in die Burg von Osaka, wird auch mit dem kleinen Shuttle Wägelchen auf dem Gelände für nur 100 Yen durch die Gegend gefahren und auch zur Ubahn gebracht (sehr hilfreich...weil der Weg über 1,5 km wären!)

 

Die Angestellten der Burg waren sehr freundlich und ich durfte mit dem Aufzug gleich bis ganz hoch zur Aufzugsplatform fahren. (Runter gab es dann die Option, dass ich immer ein Stockwerk mit dem Aufzug fahren durfte, um die Ausstellungen anzuschauen. Ich war echt froh, weil die Stufen nicht schön waren und nach Kyoto war mein Maß an Stufen voll!)

Trotz des bedeckten Himmels war der Ausblick über Osaka richtig gut. Deshalb bin ich auch heute zur Burg, weil die Wettervorhersage für die nächsten Tage sehr gemischtes Wetter vorhersagt und ich wenigstens die Burg noch "trocken" erleben wollte. Hier ein paar der Ausblicke. 

 

Es ist DIE Flaniermeile, bzw. mehr als ne Meile, aber für Japan müsste man eh neue Begrifflichkeiten finden. 

Im Bereich Dotonbori sollte man unbedingt die für Osaka bekannten Takoyaki probieren. Das sind so Bällchen, die innen drin entweder ein wenig Tintenfisch oder Speck haben und noch andere leckere Zutaten. Oben drauf werden Gewürze und so Fischflocken gestreut, die dann zu tanzen beginnen. Schaut lustig aus. 

Ganz vorsichtig essen - ist extremst heiß, aber genial lecker!

Review: Kapselhotel "The Millenials" Kyoto

Bin wieder in meinem "Basishotel" in Osaka angekommen und die Damen (und der eine Herr) an der Rezeption freuen sich mittlerweile alle schon. Ich muss 1,5 Stunden Zeit überbrücken, weil unten im Erdgeschoss meine Wäsche erst in der Waschmaschine war, jetzt im Trockner ist. Hoffe, dass alles gut geht. 

Deshalb schreibe ich den Blog jetzt schon und heute gibt es ein "Review" zu dem Kapselhotel "The Millenials" in Kyoto, in dem ich 4 Nächte verbracht habe. Ich wollte das einfach mal machen, wenn ich schon in Japan bin, weil es nur hier diese Art von Hotel gibt. 

Es gibt wie bei allem verschiedene Abstufungen von Kapselhotel und ich war schon in der "Deluxevariante", denn ich kann weder kleine Leitern hochsteigen, noch wollte ich so ganz eng nächtigen. Alles hat seine Grenzen!

Anhand des Videos bekommt man jetzt schon einen kleinen Eindruck wie das so abläuft. Mit diesem kleinem iPod lässt sich dann auch das Bett rauf- und runterfahren, das Licht steuern und die Klimaanlage anmachen. Auch den Wecker stellt man hier und geweckt wird man, indem dann das Bett automatisch langsam hochfährt und das Licht angeht. 

Ich habe die vier Nächte wirklich gut geschlafen, in dieser kleinen Wabe und Platz genug fürs Gepäck war auch. Es empfiehlt sich, seine Sachen für den nächsten Tag schon herzurichten, damit man in der früh nicht so rumgruscheln muss. 

Duschen, Klos, etc. alles sehr ordentlich und hat für mich gepasst. 

Natürlich gab es auch WiFi umsonst, man konnte die Küche im 8. Stock nutzen, auch den großen Gemeinschaftsraum. Doch dazu schreibe ich gleich noch mehr. 

Die Mehrheit der "Mitbewohner" kamen aus den USA, gefolgt von China, Taiwan, Singapur und auch aus Japan. Europa gab es nicht so viele, aber doch ein paar. 

 

Ich kann es nur jedem, der ein paar Wochen in Japan unterwegs ist, empfehlen, mal in einem Kapselhotel zu übernachten. Einerseits ist es eine geniale Erfahrung und andererseits trifft man auf diese Weise auch mal wieder Leute, mit denen man Englisch sprechen und sich über Reiseerfahrungen austauschen kann. 

Auch das Frühstück, das dort angeboten wird, preiswert und wirklich o.k. Das Hotelpersonal ist zudem sehr bemüht, auch Auskünfte über evtl. Touren etc. zu geben und auf diese Weise kam ich wesentlich besser durch die Gegend. 

Direkt um das Kapselhotel herum ist eine sehr beliebt, verwinkelte und große Einkaufsgegend. Sowas hab ich noch kaum gesehen, eine Art "japanischer Bazar". Hat Spaß gemacht durchzuschlendern, aber das Zurückfinden muss man halt...Google Maps sei Dank!! 

 

Kyoto Tag 4 - "Schrein/Tempel-Hopping"

Es gibt viele großartige und interessante Tempel/Schreine in Kyoto. Gibt es DEN ultimativen Tempelguide, der einem sagt: DIESE Tempel/Schreine musst du unbedingt in Kyoto gesehen haben? Ich weiß es nicht! Ein Mix aus youtube-Videos, Internetblogs und Reiseführern hat mich bei der Vorbereitung begleitet. Diese waren in Deutsch und Englisch, zudem auch die Seite "Tripadvisor", die ich tatsächlich recht hilfreich finde. 

Aus all dem habe ich mir dann "mein Programm" gebastelt. Hier waren natürlich DIE Touristenhighlights dabei, die überall empfohlen wurden, es waren aber auch ein paar Schreine dabei, die mir fast versteckt irgendwo aufgelauert haben und es war ein genialer Mix. 

Heute habe ich einiges an Taxigeld ausgegeben (kein Vermögen, aber rund 25 Euro an Teilstrecken und 15 Euro für Hin- und Rückfahrt), weil ich das sonst gehtechnisch nicht geschafft hätte. Waren aber noch ein paar andere Lahme unterwegs. 

Direkt beim Frühstück schüttete es in Strömen, aber nach rund 45 Minuten war es tropisch warm, aber wenigstens kein Regen mehr. Es konnte also losgehen. Natürlich mit Treppen beim ersten Tempel. Es gibt keine Tempel ohne Treppen!!!

In diesen Schreinen gibt es zuweilen schon ganz ulkige Dinge. Das hier ist noch realitätsnah, aber wenn es so einfach wäre, dann wäre das schon schön! 

Es gab dort aber auch einen Liebesstein, bzw. sind es zwei. Wenn man mit geschlossenen Augen vom einen zum anderen Stein findet, dann - besagt die Sage - findet man auch die wahre Liebe...oder es haut einen kräftig "auf die Fresse". Das hat schon alles etwas Jahrmarktscharakter dort. Das sind die zwei Steine. 

Aus dieser einen Quelle, die aus dem Felsen kommt (Fotogalerie) könnte man auch trinken. Soll heilende Wirkung haben, das Wasser. Ich hab das mal gelassen, denn wer weiß, was es sonst noch für Wirkung hat?!

Ich will ja noch ein Trainingslager durchführen und an einem Wettkampf teilnehmen. Zudem stehen auch ein Vortrag und ein paar andere Dinge auf dem Programm, also...besser kein dubioses Wasser. 

Wo Leben ist, da ist auch immer Tod...und direkt neben einem Schrein war ein Megafriedhof. Ich war auch drinnen und das war schon Wahnsinn: Gräber soweit das Auge reicht. Interessant. 

Und rechts auf dem Foto ist ein Pärchen zu sehen, das sich Kimonos für einen Tag gemietet haben. Ich hatte gestern ja schon erwähnt, dass das hier sehr beliebt ist, auch mal in traditioneller Kleidung herum zu laufen und mit den passenden Schuhen gleich dazu. Viele leihen, weil der richtige Kimono extrem teuer ist. 

Nachdem der Regen heute aufgehört hatte, hatte es Temperaturen wie im Treibhaus. Alle rennen hier mit so kleinen Handventilatoren durch die Gegend und ich erwäge, mir auch so ein Teil zuzulegen. Selbst am Kinderwagen sind diese angebracht. 

Selbst in Rio habe ich nicht so geschwitzt, aber heute rann mir den gesamten Tag der Schweiß in Strömen runter. Das war der Wahnsinn und allen anderen Leuten ging es - natürlich - genauso. Darum haben sie auch um den Hals ein Handtuch. Jetzt verstehe ich das. 

Ich habe bis um 13 Uhr rund 2 Liter getrunken gehabt und bis um 16.30 Uhr nochmal 2 Liter und ich war nicht einmal am Klo!

Trotz allem würde ich in so einem Kimonoteil einen Hitzschlag bekommen. Und manche hatten sogar noch Jäckchen an - holla!

 

Kyoto hat so viel phänomenal schöne Ecken für die gut vier Tage nicht mal im Ansatz ausreichen. Es war aber ein extrem schöner Einblick in die japanische Kultur und ich habe auch viele nette Menschen - unterschiedlichster Herkunft - getroffen. 

Da ich meist keinen zum Fotografieren habe, mache ich diese Fotos (links) mit Selbstauslöser und kleinem Stativ. (Deshalb auch kein Stock und nachdem andere schon fragten...der ist auf keinem Foto, weil ich eitel bin und ihn immer zur Seite lege bevor mich einer fotografiert!)

Was mir alles weh tut, das will ich gar nicht aufzählen und ab 16 Uhr ist Zapfenstreich. Dann habe ich auch gegessen und bin quasi fertig mit der Welt, aber das ist egal. 

Heute waren das 8 Trainingseinheiten!!!

 

Gion-Parade Kyoto und Fushimi Inari Schrein

Gion Matsuri ist das größte Festival, das es in Kyoto einmal im Jahr gibt. Ich habe ja schon ein Livevideo von dem "abendlichen Treiben" gepostet. Es gibt auch überall Straßenstände mit Essen und überall ist noch bis spät abends was los. Ich bin allerdings schon recht "früh" im Bett, weil mich der Tag und auch die Hitze (die Sonne darf aber ruhig da bleiben!) so fertig machen. 

Ein sehr netter Japaner hat mir heute ein Infoblatt (auf Japanisch) in die Hand gedrückt als wir auf die Parade warteten, das ich mir doch mal durchlesen sollte. Da würde alles drinstehen. Steht es auch...vielleicht gibt es das Teil auch in Englisch...das sieht echt gut aus. 

Die Parade wird auch Yamahoko Parade genannt und sie wurde irgendwann angefangen, um die Stadt vor übel zu bewahren. 

Hier steht der gesamte Artikel (ist von heute)

Ich habe mir viel von der Parade angeschaut, aber - wie ich ehrlich zugeben muss - nicht alles. Mein Platz direkt an der Straße vor meinem Kapselhotel war super (war aber auch schon 1 Stunde vorher unten), aber es war irgendwann so heiß und ich war nach fast 4 Stunden echt kaputt fertig und wollte ja noch zum Schrein.  

Es hat mir aber total Spaß gemacht. Der Einblick in die japanische Kultur war fantastisch! 

Ich lade Euch noch ein paar Fotos rein...

 

Nach einer Mini-Abkühl-Pause bin ich dann zum Fushimi Inari Schrein. 

Hier sollte man gewesen sein, wenn man in Kyoto und evtl. auch in Japan war. 

Aber es gibt so vieles, das Reiseführer etc. sagen, das man gemacht haben sollte, wenn man in Japan ist...einiges stimmt, anderes ist definitiv korrekt!! 

Korrekt ist, dass dieser Schrein auf der "Must-see-Liste" stehen sollte. 

Geschichtlich ist es wohl so, dass der Schrein zu Ehren des Gottes des Reises Inari gegründet wurde, aber es gibt noch eine andere Legende, irgendwas mit einem Schwan, aber ganz ehrlich, das hab ich nicht richtig verstanden. 

Es gibt ja diesen Film: "Memories of a geisha" und hier läuft die Frau im Film durch diese roten Schreintore. Die Schriftzeichen auf den Toren sind übrigens die Namen der Spender. 

Ich habe zu Beginn bewusst den Lageplan des Schrein abgebildet, weil es ein sehr weitläufiger Schrein ist. Bis zur Mitte des Bildes, wo die Tore einen Linksbogen machen und es dann eine Recht- und Linksschleife an weiteren Toren nach oben gäbe, bis dorthin ist es "gut" zu schaffen. Dann ist es ein "Bergmarsch" von 60 Minuten (einfach)!! Das habe ich mir nicht mehr gegeben. Ich war schon dort vollkommen am Ende. Hab dann erstmal 1,5 Liter getrunken und etwas gegessen. Heute hat es 34 Grad!

Dieses Foto ist auf dem Weg nach unten entstanden. Davor haben sich die Reisegruppen und Menschen in den engeren Törchen fast zertreten. Viele leihen sich ja für einen Tag einen Kimono und tapsen dann in dieser Hitze und auch noch mit den traditionellen Holzlatschen die Treppen hoch (und wieder runter). Kann man machen...manchen steht es...manchen nicht. Ich lasse das bleiben und komme sicher unten an. 

Die Fotos schauen halt dann nicht so top aus, aber nun gut...

...der Sonnenhut ist übrigens neu und "Made in Japan"! :-D

Morgen ist mein letzter (ganzer) Tag in Kyoto, was sehr schade ist, denn diese Stadt gefällt mir extremst gut. Das hätte ich anders planen sollen. (Es reicht schon, aber ein Tag mehr wäre auch nicht schlecht gewesen)

 

Und gestern war ich nachdem ich den Post schon fertig hatte nochmal draußen, holte mir etwas Essen. Sehr spannend, hier durch die Gassen zu streifen (keine Sorge! nicht gefährlich!) - total interessant und ich hab so manches probiert. Schwierig wird es immer dann, wenn ich heim finden muss. Aber irgendwie klappt das schon. 

Jetzt zu einer paar Dingen, die mir von Blog/Youtube-Seiten und vom Reiseführer im Vorfeld so als "NO-GO" hingestellt wurden. 

"Schnäuzen" wäre in Japan total verpönt, fast wie ein Staatsverbrechen und man solle dazu aufs Klo gehen. 

Ja, korrekt, der Japaner schnieft und zieht alles kräftig hoch, das bedeutet aber nicht, dass es irgendjemand hier stören würde, wenn ich ein Taschentuch benutze. Es schaut noch nicht mal einer giftig. Mir war das jetzt zu doof. 

Auch Essen und Trinken dürfe man nicht im Gehen. Es stimmt, Essen ist wohl nicht so toll, aber "Fingerfood", das geht schon oder kleine Häppchen aus der Tüte, aber nicht in der U-Bahn. (Und nicht im Tempelgelände!)

Trinken darf man immer! (Japaner mögen Kaffee to go...)

Gibt noch mehr...für heute war's das. 

 

 

der erste Sonnentag - in Japan - in Arashiyama

So, heute habe ich mich von Kyoto aus ganz früh auf den Weg gemacht (6 Uhr früh), damit ich den ganzen Menschenmenschenmassen aus dem Weg gehen kann, die spätestens um 8 Uhr den Bambuswald von Arashiyama immer mehr überrennen. 

Als ich in der Kleinstadt ankam war diese noch total ausgestorben und es gab auch kaum Schilder "zum Bambuswald" (halt auf Englisch) oder so. Google-Maps half heute nur wenig und ein älterer Herr, den ich mit dem Übersetzungsprogramm fragte, zuckte mit den Schultern. Sehr witzig war, dass er nachher ausgiebig genau hier Spazieren ging. 

Manche Leute sind schon sehr komisch und ich habe mehr und mehr den Verdacht, dass es ihnen einfach auch Spaß macht, uns an der Nase rum zu führen. Aber macht nix, im Leben kommt alles irgendwann mal zurück, sagte meine Oma immer. 

Ansonsten waren die Leute hier aber extrem nett!

Der Bambuswald war gigantisch als ich ihn denn endlich gefunden hatte. Und ich war auch so gerade fertig mit Fotografieren, da brachen sie herein, die Touristengruppen und Pärchen, die sich überall platzierten, sodass dann nix mehr ging. Anbei ein paar der schönsten Fotos. 

Und bevor mich die erste Invasion einer Reisegruppe mich erreicht hat, habe ich dem Bambuswald den Rücken gekehrt und machte mich auf, die ein paar nahe Tempel zu besichtigen. 

Einer gehört zum Weltkulturerbe, der andere kostete mich alle Kräfte, weil er zwar wunderschön, aber so viele Stufen hatte, dass ich auf Anhieb zwei Flaschen Wasser verbraten habe. Darf man zwar in einer Tempelanlage nicht, aber ich glaube, Gesundheit geht immer vor Religion. 

Danach war aber auch Schluss und ich hab was gegessen und hatte Gesellschaft von einer kleinen Straßenkatze. (Nein, ich hab sie nicht mitgenommen...die hat es da schon ganz gut, aber Hunger hatte sie trotzdem)

Die Tempelanlagen waren fantastisch!! Eingebettet in Natur und nicht zu übervölkert. Das ist jetzt Japan. 

Was soll ich noch groß schreiben...seht selbst!!

So, und das ist sie, DIE berühmte Brücke von Arashiyama. Ich weiß zwar nicht genau warum, aber sie ist eines DER Fotomotive. 

Damit möchte ich mich für heute verabschieden, denn sonst schau ich auch gleich wie die Katze, weil ich so Hunger habe ;-)

Es gibt aber genug Optionen in Hotelnähe. 

Ach so ja, die erste Nacht im Kapselhotel hab ich super überstanden. Das schläft sich toll hier, aber dazu ein andermal mein Resümee!!

Kyoto begrüßt mich mit dem Kinkaku-ji Tempel

Nachdem ich in dem Kapselhotel eingecheckt habe, bin ich zum Kinkaku-ji Tempel gefahren, dieser wird auch sinnigerweise "der goldene Tempel" genannt. 

Heute ist in Japan ein Feiertag und dementsprechend viele Menschen waren natürlich - zusammen mit den Touristengruppen - an diesem Tempel. Das sieht jetzt auf den Fotos nicht so aus, aber man dachte, man ist im Tempeldisneyland. 

In jedem Tempel gibt es auch eine andere Attraktion. Hier wirft man Münzen auf so eine Tempelstatue, bzw. soll in ein rundes Schälchen davor treffen. Keine Ahnung, ob das dann Glück bringt oder so. Auf jeden Fall haben die Kinder Münzen über Münzen verbraten. 

Nach der Tempelbesichtigung gibt es neu-traditionell Matchaeis. 

Kyoto ist natürlich kleiner und übersichtlicher als Tokyo und das tut mir jetzt echt gut. Auch die Menschen hier sind gesprächiger. Zudem freue ich mich, dass ich in dem Kapselhotel mal "internationale Gäste" zum Quatschen habe. So hat mir gerade ein Amerikaner aus LA gesagt, dass die Woche über noch das Gion-Festival stattfindet. Sehr cool, bin ich dabei. 

Gehe gleich nochmal raus und schaue, was so läuft. Ich weiß aber schon, dass am 17.07. irgendeine größere "Prozession" sein wird ujnd das schaue ich mir natürlich an. 

Morgen geht es bereits ganz früh nach Arashiyama zu dem berühmten Bambuswald. Darauf freue ich mich sehr. Da stehe ich früh auf, weil ich sonst vor Touristenmassen überrollt werde. 

Richte mir heute schon alles her. 

Ein kurzer Satz zu dem unteren Foto: So sieht das aus, wenn Japaner für den Bus anstehen. Der Hammer!!

Und das andere ist eine kleine Einkaufsstraße heute am Feiertag...voll...alles voll!!

Letzter Tag in Tokyo klingt aus im Shinjuku Gyoen Park

Mein letzter Tag in Tokyo klingt im Shinjuku Gyoen Park aus. Das ist eine riesige Parkanlage, die in sich verschiedene Themenschwerpunkte setzt wie z. B. "Rosengarten", "Japanischer Garten"...und alles ist wirklich phänomenal schön angelegt. 

Bei dauerhaft bedecktem Himmel wirkt vieles etwas trist, aber in Natura war es dennoch sehr schön. 

Man muss einen kleinen Eintritt für den Park bezahlen, aber das hält die Leute nicht ab, ihn ausgiebigst zu nutzen. Es wird gejoggt, die Kinder haben extra Spielareale und es ist eine große ruhige Oase in dieser sehr lauten und hektischen Stadt. (Aber es gibt viele kleinere Parkanlagen)

Es gäbe auch zwei Teehäuser, in denen man spontan an Teezeremonien teilnehmen kann, aber mir schmeckt der japanische Tee nicht so arg (bzw. nur mit Milch und Zucker!) und darum hab ich darauf verzichtet. Und ganz ehrlich hatte ich auch Sorge, dass ich aus dieser Position nicht mehr hoch komme!!

Nach dem Park bin ich dann zum Rathaus von Tokyo. Es ist möglich, dass man auf einen der beiden Türme kostenlos hochfährt und von dort oben die Aussicht "genießt". 

Wenn es schon nichts kostet, dann ist es auch nicht so schlimm, wenn das Wetter und somit die Sicht nicht extrem toll ist. 

Nur als ich ankam hatte sich vor dem Aufzug bereits eine sehr lange Schlange formiert und der Herr, der für die Kontrollen zuständig ist, meinte, dass die Wartezeit derzeit 1,5 Stunden wäre. Mein Limit war nach der Geherei im Park eh schon erreicht, somit hatte sich das erledigt. 

ABER es gab eine kleine Ausstellung über die Olympischen Spiele und Paralympics, wo auch die ORIGINAL Flaggen zu sehen waren und zudem durfte man die ORIGINAL Fackel halten.  In mir ist da immer so ein "Woah", denn so nah komme ich nie wieder an diese Fahne ran. An die Fahne, die bei allen Spielen mit dabei war und wenn es etwas gibt, das ich mal gerne machen würde, dann die Fackel ein Teilstück tragen. (Heute hab ich sie wenigstens gehalten!!) Das ist eine sehr große Ehre. Hier trägt man das Olympische, bzw. Paralympische Feuer, das Symbol unserer Spiele, die Flamme, die so lange brennt, so lange die Spiele andauern. Sie symbolisiert für mich auch den Geist der Antike, all die Werte, die wir in uns tragen, für die wir diesen Sport machen. 

Und mit diesem Countdown-Foto verabschiede ich mich von Euch von Tokyo. Morgen geht es mit dem Shinkansen zurück nach Osaka. Der Koffer ist schon gepackt. 

Was nehme ich mit von Tokyo?

Auf jeden Fall Vorfreude auf die Paralympics 2020 und ich bin sehr gespannt wie sich diese Stadt der Welt präsentieren wird. 

Tokyo lässt einen mit Staunen zurück. Mit Staunen und Ehrfurcht, weil ich oftmals das Gefühl hatte, dass in ihr kleine Monster schlummern, die nur darauf lauern, dass sie mich irgendwo verschlingen, wenn ich gerade denke, dass ich klar komme. 

Tokyo ist ein Flash an so vielen neuen Erfahrungen und Eindrücken, die erstmal häppchenweise verarbeitet werden müssen. Neues Essen, andere Schriftzeichen, dieser Molloch von Verkehrssystem, Menschenmassen, Shoppingüberflutung... . Zur Entspannung saß ich abends dann im Hotelzimmer und habe "Familie Becker" und "Ekel Alfred" auf youtube angeschaut. 

Die Treffen mit Miyuki und den Athleten waren Gold wert und ich freue mich auf das Wurf-Camp und die weiteren Dinge, die noch anstehen. 

Tokyo war aber auch die Tempel/Schreine und das hat mich wirklich begeistert. In Kyoto kann ich das fortsetzen. 

Nachtrag HIER noch zum Stadium (es ist ganz aktuell, aber ich habe es aufgrund des Wetters und der Geherei nicht mehr geschafft!)

 

Geburtstagsfeier im Ninja Akasaka

Miyuki Yoshina (vorne rechts) hat eine sehr schöne Lokalität für mich meine Geburtstags-nach-feier herausgesucht. 

Zwei Athleten (Fumiko und Yamaji) waren auch mit dabei. 

Wir sind in einem Theme-Restaurant gewesen, dem Ninja Akasaka

Es war echt cool. In einem ganz normalen Haus tat sich eine richtige Ninja-Welt mit Wasserfällen, urigen Treppen, kleinen Wasserfällen etc. auf. Da verschwand dann sogar ein Stück der Treppe und musste überbrückt werden. Sogar gezaubert wurde am Tisch. Die Flammennummer stelle ich gleich rein. Super. Den Werbefilm kann man sich hier anschauen.

Es gab ein Mehrgängemenü und währenddessen haben wir uns super gut unterhalten und hatten viel Spaß. 

Es gab auch noch eine Zaubernummer vom "Meisterninja" direkt am Tisch und das war schon cool. 

Japan, das sind für mich diese persönlichen Begegnungen, das sind solche Abende und Menschen, die ich ein Stück näher kennenlernen darf. Das war auch die tolle Reiseleiterin, die mir ihr Land in einem Tag "im Paket" so toll präsentiert hat, dass mir vieles davon lange im Gedächtnis bleiben wird. 

Ich freue mich sehr, dass ich Fumiko bald in Tsakamatsu im Wurf-Camp wiedersehe. 

Und den jungen sehbehinderten Läufer, den werde ich in Dubai zur Weltmeisterschaft wiedersehen. 

Mir wurde dann noch "Happy birthday" gesungen und ich bekam ein Foto von unserer Gruppe zur Erinnerung. Sehr nette Geste. 

Hier noch "das kleine Kochen am Tisch". 

Das Wetter war heute sehr schlecht: Nieselregen, Nebel und ich hab auch mal ne kleine Pause gebraucht. Darum bin ich vor dem Essen nur kurz zur Post (die auch nicht leicht zu finden war...wie vieles!), habe schon mal den Koffer für die Rückfahrt nach Osaka am Sonntag gepackt und ein paar Sachen gewaschen. 

Meiji-Schrein und ein bisschen Shinjuku

Sehenswürdigkeiten oder andere Örtlichkeiten wollen in Tokyo natürlich immer irgendwie erreicht werden. Ansich ist das bei der Vielfalt der öffentlichen Verkehrsmittel auch recht gut möglich, WENN sie nur nicht so voll wären und WENN man den Überblick in den Bahnhöfen nicht immer so schnell verlieren würde und WENN die Entfernungen innerhalb der Stationen nicht so schrecklich lange wären. 

Ich habe mich so bemüht, die Stoßzeiten zu vermeiden, aber das ist nicht immer möglich und so kommt es halt oft vor, dass man in die U-Bahnen gequetscht wird und das sieht dann im Ansatz so wie auf dem Foto aus. Am Abend ist es noch schlimmer, da darf man kaum mehr atmen und auch wenn ich nicht der Typ für "Platzangst" bin, so muss ich mich dennoch runterfahren, dass ich da keine Panik bekomme. 

Darum ist der Bus eine gute Alternative, die ich ich nur wärmstens empfehlen kann, wenn man auf ihn ausweichen kann. Meine Bushaltestelle liegt 2 Minuten vom Hotel entfernt und selbst im stockenden Verkehr kommt der Bus ganz gut voran. Man sieht einiges von Tokyo und erspart sich die Lauferei beim Umsteigen von einer Linie zur anderen im Bahnhof. 

(Denn auch wenn der Routenplaner vermeintlich sagt, dass der Bus die langsamere Möglichkeit ist, so hat er die Geherei und die Sucherei nicht mit eingeplant und deshalb ist der Bus um Längen schneller!) 

So bin ich also heute mit dem Bus zum Meiji-Schrein aufgebrochen...war aber nicht sonderlich begeistert, dass die Haltestelle ganz anders hieß als in meinem Plan im Handy und der Fahrer hat mich so gar nicht verstanden. Also für 500 Yen ein Taxi (sind rund 4 Euro)

Das Taxi hat mir zudem viel Lauferei erspart, was super war, denn ich musste noch durch den langen Park zum Schrein selbst. 

Der Schrein selbst ist dem Tenno Meiji und seiner Frau Shoken gewidmet, die aber nicht dort begraben sind. 

Es ist auch einer der Hauptschreine, die von den Touristen besucht werden - zurecht - der ist extrem schön! Er hat eine längere Umbau- und Renovierungsphase hinter sich, aber die scheint vorbei, denn es war nichts mehr eingerüstet oder so. Vor allem war alles rollstuhlgerecht gemacht worden. Hierzu gleich eine Fotokollage. Ich glaube, dass vor allem dieser Schrein hier auch barrierefrei gemacht wurde, weil 2020 die Paralympics kommen und das neue Stadium quasi nur 1km entfernt ist. 

Ich kann hier nur bestätigen, dass dieser Schrein problemlos als Rollstuhlfahrer zu besichtigen ist. Sogar die Klos wurden aufgerüstet. 

 

Wenn man besser zu Fuß ist, dann hätte man sich in dem Park noch viel länger aufhalten können. 

Diese Tönnchen da hinter mir, das sind übrigens leere Behälter, in denen Mal Sake war. 

Ich habe mir so ein "Tempelbuch" gekauft und bei jedem Schrein/Tempel kann man sich dann einen Stempel holen und auch von den Mönchen etwas reinschreiben lassen. Die machen das gegen ein kleines Entgelt mit echter Tinte. Sieht wirklich schön aus. 

Ich bin sehr gespannt darauf wie sich die Tempel/Schreine, die ich (vor allem in Kyoto) noch besichtigen werde von denen unterscheiden, die ich bisher gesehen habe. Bisher waren sie alle verschieden. 

 

Und was für ein Gegensatz: nach dem Schrein ging es dann zum Godzilla, ein Ramen-Süppchen essen und ein bisschen durch Shinshuku schlendern, denn inzwischen hatte es schon wieder zu regnen angefangen. 

Für morgen?

Es gibt noch ein paar Sachen, die sind übrig geblieben, weil ich sie nicht geschafft habe, weil es geregnet hat, weil ich nicht so viel laufen konnte, aber das kann morgen dann etwas davon nachholen. :-) 

Geburtstagsausflug nach Nikko

Heute ist mein Geburtstag und ja, das ist tatsächlich jedes Jahr ein besonderer Tag, weil ich mein Leben sehr lieb habe, vor allem auch nach all dem, was so hinter mir liegt. 

Zuweilen geht's mal etwas auf und ab, aber ich bin sehr dankbar dafür, dass ich einfach Zeit geschenkt bekomme, die ich so vielfältig nutzen darf. 

Und an solch besonderen Orten wie dem Shinto-Schrein Tosho-gu in Nikko an meinem Geburtstag stehen zu dürfen, der mittlerweile auch Weltkulturerbe ist, das macht mich sehr glücklich. 

Diesen Ausflug habe ich gebucht und die Reiseführerin war brilliant!! Alleine von dem, was sie über Japan, die Kultur und Lebensweise auf der Fahrt erzählt hat, allein deshalb hätte sich der Tag schon gelohnt. 

Unter anderem habe ich heute den Unterschied zwischen dem Shintoismus und Buddhismus erfahren, den zwei Hauptreligionen in Japan. 

Shintoismus hat nicht wirklich einen Gründer oder eine Lehre. Wenn es dann aber ans Sterben geht, dann wird doch auf den Buddhismus zurückgegriffen, denn hier ist festgelegt, wie es nach dem Tod weitergeht.

Und weil ich gestern zufällig auf den "Friedhof" gestoßen bin, hab ich gleich gefragt, was diese langen Stäbe mit den Schriftzeichen zu bedeuten hatten, die neben dem Grab steckten. 

Ich weiß die Antwort jetzt: Buddhisten glauben auch an eine Ewigkeit und nach dem Tod gibt der Mönch des Klosters dem Verstorbenen einen neuen Namen, den er dann "im Jenseits" trägt. Und dieser Name steht auf den Tafeln. 

Wir wurden ausführlichst darüber aufgeklärt, dass der Gründer der Tokugawa-Dynastie, die auch viele Samuarai gestellt hat, einen Sohn hatte, der wohl in diesem Shinto-Schrein begraben liegt. Diese Familie gibt es immer noch, sie ist eine der einflussreichsten in ganz Japan, aber natürlich nicht mehr wie zu dieser Zeit. Damals war das wie eine Pyramide und Japan hatte sich auch zur Welt noch gar nicht geöffnet. 

Wir hatten in dem Bus gleichzeitig Geschichtsstunde, Landeskunde, Exkurs in die Sitten und Gebräuche des heutigen Japan und wie man so lebt in Japan. Der Wahnsinn, was diese Frau wusste und untergebracht hat. 

Es waren auch viele Schulklassen unterwegs wie man auf einem Foto sehen kann. 

Auf dem Foto ganz links sind zwei Elefanten. Das entstand zu einer Zeit, in der in Japan Elefanten noch nicht bekannt waren und dann plötzlich traf man auf einer Expeditionsreise auf diese Gattung und verewigte sie auf diesem Haus. 

Das Wetter war heute nicht wirklich toll. Wir haben davor noch einen Stopp an einem Wasserfall gemacht, der nur zu hören war, denn vor lauter Nebel war er überhaupt nicht sichtbar. Es hatte was Skurriles!!

Ich finde aber, dass die Schrein- und Tempelanlage (einen Tempel gab es daneben) auch bei diesem Wetter "etwas her macht". 

Die vielen hohen Stufen waren eine echte Qual, aber nun gut. Für Rollstuhlfahrer wäre das nix gewesen. 

 

 

Das sind berühmten drei Affen, die auf dem "heiligen Stall" zu bestaunen sind. Hier haben sie ihren Ursprung. Die Bedeutung hat sich aber im Laufe der Zeit "verfälscht". Die Affen sind nämlich aus einer ganzen "Lebenszyklus-Affenserie", die mit der Geburt eines Affenbabies beginnt, dann geht es mit den drei Affen weiter (komme gleich drauf) ...es folgen weitere Stationen und es endet damit dass der Affe erwachsen wird, selbst heiratet und seine Frau dann auch ein Kind bekommt. Dieses Bild soll die Reinheit des Affenknaben darstellen. Er soll schlechte Dinge nicht hören, Schlechtes nicht sagen und die Augen vor Ungutem verschließen. So war das mal gedacht. 

Überall ist es ausgeschmückt und man kommt aus dem Schauen gar nicht mehr raus. Sehr, sehr schöne Anlage. 

Wir sind dann weiter bis zu dem Gebäude, wo man nur betet und seinen Wunsch äußert. Dort musste man diesmal seine Schuhe ausziehen, was nicht unproblematisch war. Dann über rutschige Treppen hoch. Meine Socken haben sich sofort vollgesaugt...das hat sich ja mal echt gelohnt! Ich weiß nicht, ob es da nicht besser gewesen wäre, mit Schuhen reinzugehen, als dann mit Socken, die auch lustige Abdrücke hinterlassen habe. 

Und nachdem wir die "schlafende Katze" im Durchgang gesucht und gefunden hatten, hatten wir noch 50 Minuten für uns selbst. Die anderen gingen den Berg zum Grab von dem Shogun hoch. Das hab ich mir verkniffen. Ich hab lieber alles in Ruhe auf mich wirken lassen. 

Also die Besichtigung dieser Schrein/Tempelanlage, das lohnt sich wirklich! Ich habe über Viator gebucht und das kann ich ebenfalls sehr empfehlen. Im Bus hat die Reiseleitung mir sogar noch ein Ständchen singen lassen (da war ich schon gerührt!) und gab mir ein kleines Geschenk. Sie meinte, dass wäre deshalb, weil mein Geburtstag ja quasi heute zu ihr gekommen wäre. Es ist eine blaue Glückskatze!!!

Im Preis war auch ein großes japanisches Essen inkludiert - sehr lecker. 

Und damit bin ich jetzt auch weg zum "Ramen-Lokal" gegenüber vom Hotel. HUNGER!!

...eine Anmerkung noch: Fragen gerne unter Kommentare oder auf Facebook...ich bin zwar zeitlich "eingeschränkt", aber ein bisschen geht schon! 

 

Gotikuji-Tempel...der Katzentempel...muss ich da noch mehr sagen?

Wenn es schon einen Katzentempel gibt und dieser in Tokio ist, dann muss ich da natürlich hin. Im Internet und Reiseführer stand, dass er außerhalb des Stadtzentrums ist...also mal ganz ehrlich: ich weiß nicht, wie oft die Wirklichkeit des Reiseführers plus Beschreibungen des Internets von dem abgewichen sind, was ich dann wirklich vor Ort vorgefunden habe? Oft!!

Der Gotikuji-Tempel, so heißt er offiziell ist 40 Minuten von meinem Hotel entfernt. Eine wunderschöne, weitläufige Tempelanlage, die nicht so überlaufen war wie die gestern. Hatte auch etwas "urwüchsiges". 

Die Wasch- und Rauchzeremonien hab ich heute übersprungen, weil ich Sorge hatte, dass ich dieses Teil in den Brunnen fallen lasse. 

Bin dann gleich zum Wunsch übergegangen. 

Man konnte ein Holzbrettchen mit seinem Wunsch aufhängen. Das hab ich für Sabines und meine Katzen getan. Auch die Katzen von Claudia Sterba haben ein Brettchen bekommen. Zudem hab für unser aller Katzen eine Katze aufgestellt, dass es unseren Samtpfoten auch immer gut geht. 

Manch einer mag es kitschig finden, mancher mag drüber lächeln, ich finde es echt klasse. 

In Japan "glaubt" man daran, dass eine Katze, die im Fenster des Hauses sitzt, Glück bringt. 

Der Weg zum Tempel hat mich durch ein Wohngebiet geführt und hier sah man überall Katzen in den Fenstern und jede saß sogar auf einem Kissen. 

Wer noch auf Facebook gehen will, da habe ich heute ein Livevideo gemacht und bin durch den Tempel gegangen. 

 

Neben dem Tempel war ein Friedhof. Das war - wenn ich es so nennen darf - echt interessant. Total anders als bei uns und neben den Gräbern waren so ganz lange Stäbe mit japanischen Schriftzeichen, die in dafür vorgesehene Halterungen gesteckt werden konnten. Würde mich interessieren, was das ist?!

Zum Tempel hin musste man durch ein reines Wohngebiet mit vielen Reihenhäusern und Mietshäusern, die höchstens drei Stockwerke hoch waren. Was für ein Gegensatz zu dem eigentlichen Tokyo, in dem ich bisher unterwegs war. 

Und plötzlich gab es auch Obst und Gemüse im Supermarkt. Alles extra verpackt. 

Für mich ging es nach dem Tempel weiter zum Tokyo International Forum. Wollte eigentlich zum Kaiserpalast, aber da machten meine Beine nicht mehr mit!

Dieser kleine Roboter begrüßt einen im Forum und man kann seine Fähigkeiten bestaunen. Kostet schlappe 2000 Dollar. So ein süßer Kerl wäre schon toll, aber das hab ich leider nicht übrig! 

Dafür gab's noch ein Zuckerl vor dem Forum. Die beiden Maskottchen von Tokyo 2020 übten so eine offizielle Musikgeschichte ein und das durfte man auch filmen mit der Aufforderung, es auch auf den öffentlichen Medien zu teilen. Das mache ich doch gern! 

Und abschließend wollte ich noch kurz ins "Elektronik- und Mangaviertel" von Tokyo, das heißt Akihabra. Hab mich wiedermal sowas von verirrt...ooooch! 

Irgendwann hatte ich es geschafft, mein Hunger wurde immer größer, aber Tokio geizt glücklicherweise nicht mit "Essmöglicheiten". 

Und so geht ein weiterer Tag in einer extrem schillernden und aufregenden Stadt zu Ende. Ich finde mich immer besser zurecht, habe täglich nette Begegnungen, die meine Tage bereichern und für mich sind die Japaner so eine Art "Zwiebel" oder eine Frucht mit mehreren Häuten. 

So, morgen geht't nach Nikko...ein Ausflug...zum Abschluss noch das Video der Maskottchen. 

...ach ja und auf Nachfrage von ein paar Leuten: ich bin erstmal noch "privat" etwas unterwegs bevor es dann um den 20.07. rum in das Trainingslager (Wurf-Camp) nach Takamatsu geht. Der Wettkampf in Osaka ist am 02.08. Kleinere Verpflichtungen habe ich auch jetzt, aber das erfahre ich immer kurzfristig. 

Gebiet Asakusa: Sensoji Tempel, Nakamise-Straße und Tokyo Skytree

Der Wetterbericht sagte eine stabile Wolkenlage voraus, darum dachte ich mir: "Gut, wagst dich heute zu einem der Touristentempel Nr. 1 auf"...dem Sensoji Tempel, dem die Nakamise -Straße vorgeschaltet ist. Quasi eine Einkaufs- und kleine Fressmeile bis zum Tempel. 

Nippes ist doch in jeder Religion und in jedem Kulturkreis irgendwie gleich...aber irgendwie hat es auch was. Es hat schon was, durch die vielen Winkekatzen durchzuschlendern und überall steht, dass sie Glück bringen, wenn sie in jedem Haushalt stehen. 

Vielleicht fangen meine Vier auch nochmal das winken an, aber Glück bringen sie mir auf jeden Fall. Jaaa, ein oder zwei dieser Kätzchen werden schon ins Gepäck hüpfen, aber Übergepäck wird es deswegen keins geben! 

Das Video ist von so einer speziellen "Schrein-Süßigkeit", die eine süße Bohnenfüllung hat. (Bitte auf die Maschine im Hintergrund achten, die die Teile macht) Man wird - mehr oder weniger - höflich darauf hingewiesen, dass man die gekauften Teile entweder sofort essen oder mitnehmen muss. Man darf sie nicht in der Einkaufsstraße verzehren, darf dort auch nichts trinken. 

Ich habe dann auch noch so ein weiteres Stäbchen mit so irgendwas "Zähem" dran gegessen, das in Erdnuss"puder" getaucht war. Es schmeckte ganz gut, salzig-süß, aber auch nicht so, dass ich jetzt ne zweite Portion gebraucht hätte. 

Postkarten sind in Tokio, Osaka, wo auch immer, extrem schwer zu finden und wenn, dann sind ganz schreckliche Motive drauf. Ich habe ein paar Postkartenaufträge und möchte denen auch gerne nachkommen. Und in diesem Geschäft gab es dann wirklich ganz passable. 

Die Verkäuferin sah mein Shirt, zog so ein Übersetzungsgerät raus und lies dieses mich fragen, ob ich in Rio bei den Paralympics gewesen wäre. So kamen wir dann ins "Gespräch" und sie zeigte mir einen Zeitungsartikel von ihrem Sohn, der im Judo in Rio Gold für Japan gewonnen hat. Der Zeitungsartikel wird wie ein Schatz hinter einer Scheibe verwahrt. Japaner finden Visitenkarten total toll und auf meiner ist mittlerweile ein Sportfoto von mir. Jeder aus den umliegenden Geschäften musste kommen und Fotos mit mir und dem Zeitungsartikel ihres Sohnes machen. Für Tokyo2020 habe ich dann noch einen Glücksbringer geschenkt bekommen. 

So schlenderte ich dann noch ein wenig weiter durch die Nakamise-Street. Blieb mal hier, mal da stehen, kaufte ein paar Kleinigkeiten und beobachtete die Leute. 

Ein bayerisches Ehepaar auf der Suche nach einem Kimono, bzw. Yukata (die Sommerversion). In dieser Straße gab es preiswertere Exemplare, aber beide sahen in allem hammermäßig aus. Ich hätte das so gern fotografiert! 

Und dann die Kommentare: "Denkst, dass mir der mit de Blemi (Blümchen) besser steht oder der in rosa!" 

"Und so a Katzal brauch ma a no!" 

Langsam näherte ich mich aber endlich der eigentlichen Tempelanlage. Und auch hier wurden die Leute nicht weniger. Ich war echt früh dran!

Das war meine erste japanische Tempelanlage und ich fand alles sehr interessant. 

Auch als Christ sollte man einer anderen Religion genau den gleichen Respekt entgegenbringen und ich hatte mich im Vorfeld genau informiert was zu tun ist bevor ich den Tempel betrete etc. 

Dieser Räucherstäbchen in den Sand stecken war zwar ganz interessant, aber ich hab den ganzen Tag furchtbar gestunken und hätte mir an dieser Flamme fast die Hand verbrannt. Mach ich nicht mehr. 

Viele Kinder waren in diesem Tempel und haben alles ganz selbstverständlich gemacht. Mir gefällt das, wenn Kinder mit einem Glauben aufwachsen und diese Traditionen dann auch Feste im Jahr bestimmen. 

Und diese Box hier ist etwas ganz Spannendes. Für 100 Yen darf man die Metallbox schütteln bis so ein Holzstäbchen mit Schriftzeichen rauskommt. Hat mich etwas an den Leckerchenball von meinen Katzen erinnert, die da auch hinarbeiten wie die Blöden. Bei mir dauerte das wahnsinnig lang bis dieses Stäbchen rauskam und ich war so froh, dass niemand hinter mir stand. 

Dann sucht sich der Europäer halb blöd mit dem Schriftzeichen, weil sich alles sehr ähnlich sieht. Aber nach gefühlten 15 Minuten habe auch ich meine Schublade gefunden und konnte mir die Vorhersage rausholen. 

Sie steht auch in Englisch drauf, aber so geschwollen poetisch, dass ich keine Ahnung hatte, ob das nun gut oder schlecht ist, was mir das Blatt sagen will. 

So bat ich einen japanischen Vater mit zwei Töchtern um seinen fachmännischen Rat, ob meine Vorhersage gut oder schlecht wäre. Und es kam wie aus der Pistole geschossen: Gut! 

Na dann hab ich sie mitgenommen und brauchte sie nicht an das Bäumchen binden. Diese Vorhersagen werden nämlich regelmäßig verbrannt und gehen dann in Rauch auf. 

Der Tempel selbst ist jetzt wirklich ein Ort der Besinnung und so sehen das die Leute auch. 

Sie stehen an, sprechen kurz ihren Wunsch und gehen dann zum "Allerheiligsten" oder wie auch immer man das nennt. 

(keine Sorge, da hab ich keine Fotos mehr gemacht! war auch verboten)

Es waren SEHR viele Menschen, aber ich denke das ist halt einer der Haupttouristentempel, andere werden nicht so voll sein. 

Und dann kam sie irgendwann raus: die Sonne!

Nach einem kurzen Blick zurück auf den Tempelplatz habe ich mich entschlossen zum Tokyo Skytree zu gehen. 

Das ist der Blick vom Tokyo Skytree auf einen Teil von Tokyo. (Man sieht unten auch den Sonsoji Tempel, wo ich gerade gewesen bin und wo die hohen Häuser sind, das ist das Zentrum). Es ist eine gigantische Stadt! 

Es war sehr lustig im Aufzug bis ganz oben. Alles ganz rosa und mit "Hello Kitty", die in Japan sehr beliebt ist. Dann ging so eine Quietschmusik von Hello Kitty los und einige Japaner summten mit. Man sah den Skytree vorbeizischen und es gab von allen "Aaaaaahs" und "Ooooooohs". Es war schon ein schräges Szenario. Und weil es so schön ist gibt es jetzt auch von mir ein Bild mit dem rosa Kätzchen. 

Und tatsächlich war heute der Tag der netten Begegnungen. Ich saß in einem Running Sushi Lokal neben Yuuki und Miwa, zwei sehr netten Japanerinnen. Eine spielt Volleyball, die andere Badminton. 

Hier half mir mein Übersetzungsprogramm, dass wir uns unterhalten konnten und wir hatten eine klasse Zeit während dem Essen. 

War ein echtes Highlight. 

Auch das Sushi schmeckte fantastisch und in dem Lokal war es echt lustig. Zum Schluss des heutigen Blogs (der etwas länger als sonst geworden ist) noch ein Video vom Lokal. 

(es ist dummerweise verdreht!)

P. S. Die ganzen Lachssushi sind nicht von mir...die Volleyballspielerin stand da total drauf. 

Ich aß mich einmal durchs Band :-D

Verregneter Tag in Tokio-Shibuya

Das ist Hachiko. Hachiko ist ein in Japan und auch weltweit sehr berühmter Hund. Es gibt sogar einen Film über ihn. Er hat jeden Tag sein Herrchen, einen Professor, am Bahnhof Shibuya abgeholt. Dann ist dieser an einer Hirnblutung verstorben. 

Der Hund hat das natürlich nicht so wirklich realisiert und kam treu jeden Tag weiter und hat auf ihn gewartet. Zuerst sah man ihn als Störenfried an, dann bekam er sogar ein Deckchen und etwas zu fressen. 

Seine Treue hat viele Menschen beeindruckt und als er irgendwann gestorben ist, hat er es sogar ins nationale Fernsehen geschafft. 

Er steht heute ausgestopft im Nationalmuseum. 

Hier ist seine ganze Geschichte.

Am Bahnhof Shibuya ist seine Statue ein beliebter Treffpunkt. Und seit ich in in Japan bin und sehe wie unübersichtlich hier alles ist und dass man nicht einfach wie in München sagen kann, dass man sich "vor Hugendubel trifft", da ist so eine Statue schon klasse zum Treffen. 

Als ich heute aufgewacht bin, hat mich ein Tokio begrüßt, das seine Schleusen von oben voll geöffnet hatte. Es regnete in Strömen. 

So habe ich mein eigentliches Programm für diesen Tag umgestellt (ich wollte ein paar Tempel anschauen) und bin erneut in ein Shopping-Viertel gefahren, weil ich hier nicht die ganze Zeit dem Regen ausgesetzt bin. Shibuya hat aber neben "Shoppingmöglichkeiten" auch die berühmte "Shibuya-Crossing" über die (in Stoßzeiten) 3000 Menschen auf eine Ampelschaltung kreuzen. 

Heute fand ich das mit den vielen Regenschirmen echt beeindruckend! 

Ich war eine der wenigen, die keinen Schirm hatte, sondern die super geniale leichte Regen Mammut Jacke (im Ausverkauf erstanden). Kann ich echt nur empfehlen das Teil. Die ist der phantastisch. Man schwitzt nicht drunter und auch nach Dauerregenbeschuss von rund 8 Stunden ging nichts durch. Und sie ist ultraleicht. Die Schirme dürfen nämlich in kein Kaufhaus oder sonstigen Laden mit rein, müssen alle unten brav in so einen Ständer. Da hab ich doch mal lieber mein Regenjäckchen an... . 

Ich bin vor lauter Begeisterung gleich fünf Mal über die Kreuzung gelatscht. Über jeden Zebrastreifen einmal. Phantastisch. Irgendwann dachte ich mir dann, was für ein Freak ich doch bin, bin zu Starbucks, hab mir nen Kaffee geholt und hab das "Kreuzungstreiben" von dort oben weiter angeschaut. 

(Anmerkung zu den Schirmen: es kann schon mal vorkommen, dass man in dem Gewühl den einen oder anderen Schirm gegen den Kopf bekommt. Eine Entschuldigung diesbezüglich darf man bei sowas nicht wirklich erwarten, auch bei keinem Anrempeln, selbst wenn es echt weh tut. Die japanischen Sportler und die Japaner, die ich hier persönlich kenne jetzt mal ganz ausgeschlossen, aber der normale fremde Japaner ist mir oftmals noch sehr suspekt. Im Geschäft, im Bus, im "öffentlichen Raum" ansich wird man mit Verbeugungen und "Danke im voraus"  überschüttet und das so oft, dass es eigentlich keine Bedeutung mehr hat, aber mal ein "Hallo" im Aufzug oder ein "sorry", sowas geht anscheinend nicht. Ist halt eine andere Kultur!)

Und dann habe ich mich etwas durch die Straßen und Gassen von Shibuya geschlängelt, war in dem einen oder anderen bekannten oder unbekannten Shop und habe eigentlich so gut wie kein Geld ausgegeben. 

Vielleicht lag es daran, dass die Größen in Japan schon bei Herren L aufhören, was für mich mit Adidas XL natürlich ganz dumm ist und bei anderen Sachen würde ich zwischen XL oder XXL benötigen. Kannste vergessen! 

Es war auf jeden Fall spannend, was es so alles in Tokio in den Läden gibt. Das sind schon massive Unterschiede zu Deutschland, auch vom Stil, farblich und auch den Sachen ansich. Die älteren Japaner tragen sehr konservativ. Auch Mephisto-Schuhe, Birkenstock, etc. ist da voll in. Die jüngere Generation ist teilweise etwas aufgepeppter wie die Eltern, aber die Mädels kommen viel im "Manga-Style" daher.

Anschließend habe ich mir heute etwas Besonderes zum Essen gegönnt. Ich bin zu "Genki-Sushi". Erstmal trägt man sich in eine Liste ein, dann wartet man weiter draußen in der Schlange im Regen. 

Sobald einem ein Tisch mit Nummer zugewiesen wird darf man mit Display seine Sushispezialitäten aussuchen und ordern. Diese kommen dann mit kleinen Wägelchen am Band vor den Platz geschossen. 

Man kann auch andere Sachen als Sushi bestellen, was ich gemacht habe, weil ich so extrem Hunger hatte. 

Hat super Spaß gemacht, Sushi war total lecker, nur mit diesem Macha-Tee kann ich mich einfach nicht anfreunden. Der schmeckt mir nicht. Da hab ich immer die Assoziation von "Heuaufguss" im Kopf. 

Japanische Staatsmeisterschaften - ein Highlighttag

Heute bin ich schon um 6.50 Uhr in der früh mit einem der Söhne von Miyuki mit den Zügen etwas außerhalb nach Tokyo gefahren, wo die Japanischen Staatsmeisterschaften stattgefunden haben. 

Es ist so das Äquivalent der Deutschen Meisterschaften. 

Ein schönes Stadion, das leider - genau wie auch bei uns - kaum besetzt war. Weder mit Zuschauern, noch mit Athleten. Aber die Stimmung war trotzdem extrem gut. 

Ich habe mich bei den Wurfwettbewerben hinplatziert und eine sehr gute japanische Athletin, die auch an meinem Camp teilnehmen wird, kam heute extra rein. (Sie hätte erst morgen Wettkampf, hat sich das aber nicht nehmen lassen). Trotz Sprachbarriere hatten wir wahnsinnig viel Spaß und irgendwann kam auch noch der Wurf-Nationaltrainer. Hat Spaß gemacht, mit beiden zuzuschauen.

Mariko, die auch in meiner Gruppe Kugel stößt, kam auch irgendwann und ich habe noch selten erlebt, dass sich ein Mensch so freut, wenn er mich sieht. Vor allem kannten wir uns noch nicht mal vorher und Japaner sind ja eher etwas zurückhaltend, aber sie war außer sich vor Freude. 

Ich habe heute also vier der sechs Athleten kennengelernt, die in meinem Wurf-Camp in Takamatsu mit dabei sein werden. 

Das wird eine sehr nette Truppe und ich bin der festen Überzeugung, dass wir eine gute Zeit zusammen haben werden. 

Dann habe ich noch Atsushi Yamamoto, den Weitsprung-Freund von Heinrich Popow getroffen und schließlich hat mir ein "Vertreter" von Nishi persönlich meine neue Kugel ins Stadium gebracht. (Spezialpreis)

 

Den Heimweg habe ich dann alleine angetreten und mich heute zum ersten Mal nicht verfahren oder verlaufen. Ich glaube, es wird langsam besser :-) 

Dieser Herr ist einer von denen, die in Stoßzeiten, die Leute sanft in die Bahnen drücken, aber ich habe das bisher noch nie erlebt, dass das nötig war. Er fragte mich (unter Aufbietung allen Mutes und tausend Entschuldigungen wegen seines schlechten Englisches) woher ich kommen würde. Und dann hieß er mich offiziell in Japan willkommen und wünschte mir einen fantastischen Aufenthalt. Das ist doch mal echt nett!!

Auf dem Nachhauseweg und der Suche nach einem Lokal zum Essen bin ich dann an dieser sehr belebten Straße vorbeigekommen. Der Wahnsinn!

Hier gibt es auch zwei Katzencafés, in dem man Katzen z. B. für 10 Minuten für rund 1,70 Euro streicheln kann. 

Aufgrund der beengten Wohnverhältnisse in Tokyo ist es für die Leute sehr schwierig, ein Haustier zu halten und darum gönnen sie sich gerne mal 10-20 Minuten mit einer Katze. 

Gut, dass meine Vier das nicht wissen, sonst bitten die mich bei nächster Gelegenheit mal zur Kasse. 

An dieser Stelle Grüße an meine Catsitter und vielen lieben Dank!!

Odaiba - ein Einkaufsschlaraffenland

Auf der Fahrt heute nach Odaiba ist mir dieser Grundschüler aufgefallen, der so brav lesend in der Bahn saß. Die Schulkinder haben alle unterschiedliche Uniformen (auch mit Kappen/Hüten) an und sehr schöne (gleiche Schulranzen). In der Hand tragen sie noch ein Täschen mit Thermoskanne und Bentobox (Mittagessen) und ggf. einen Regenschirm. Auch kleine Kinder fahren schon ganz alleine durch das große verwinkelte U-Bahn- und Zugsystem von Tokio zur Schule. 

Man erklärte mir, dass das Selbstbewusstsein schulen würde und die Kinder lernen auf diese Art und Weise schon früh auch Eigenverantwortlichkeit. Es scheint sie nicht zu überfordern! 

Tatsächlich habe auch ich meinen Weg durch den Dschungel Tokios heute ganz passabel gefunden. Die langen Strecken - innerhalb der Bahnhöfe - sind nur nach wie vor sehr gewöhnungsbedürftig. Und - wie ich gestern schon erwähnt habe - ist es für einen Rollstuhlfahrer Wahnsinn, denn Aufzüge sind kaum ausgeschildert, noch überall vorhanden und auch Rolltreppen nicht. Tatsächlich bewege ich mich diesmal am Stock mit Schiene durch die Gegend, mache viele Pausen, doch ich bin schnell müde, weil sich halt die Wege so arg hinziehen. 

(Doch wegen der - noch nicht ganz ausgeheilten Schulter - und weil ich auch geahnt hatte, dass vieles alleine mit Rolli nicht leicht werden würde, hab ich ihn Zuhause gelassen.)

Hier ist ein Stück vom Stadtteil ODAIBA zu sehen. Es ist ein neuer Stadtteil, der mit den Bahnen vom Stadtzentrum in rund 50 Minuten erreichbar ist. Nur, um die Dimensionen jetzt mal einzugrenzen. Dort, wo ich wohne, ist 3 Haltestellen weiter das alte Olympiastadium und auch der Neubau des Areals von Tokyo2020. Darüber berichte ich dann ein andermal. (Das bezeichne ich jetzt mal als Stadtzentrum)

Von dort sind es - wenn es mit den Bahnen gut läuft - rund eine Stunde bis Odaiba. In diesem Gebiet wird gerade auch das olympische/paralmypische Dorf gebaut. Direkt am Wasser, das ihr hinter mir bei der sogenannten "Rainbowbridge" seht. 

Ich hatte vor, extra eine Bootstour zu machen, damit ich euch die Bauarbeiten vom Dorf präsentieren kann, aber ich muss ehrlich sagen, ich konnte irgendwann nicht mehr gehen und dieses Einkaufsareal ist so riesig, ich habe mich dann dagegen entschieden, zurück zur Bootsanlegestelle zu humpeln. 

Das Gebiet Odaiba-Einkaufszentrum besteht aus vier unterschiedlichen Einkaufsarealen plus einem sehr bekannten Onsen (so ein Thermalbad, das in Japan sehr beliebt ist. Man darf aber nur ohne Tattoo rein, muss eine aufwendige Reinigungszeremonie vorher über sich ergehen lassen und dann wird mit allen nackt gebadet. Ach...das brauch ich jetzt nicht wirklich!)

 

In einem der Einkaufszentren bin ich auch auf den Olympiashop gestoßen und hab schon mal etwas zugeschlagen. Weiter hab ich diverse Charaktere getroffen, die in Japan recht beliebt sind und wollte dann noch hoch in die Kugel des TV-Senders. 

Zum einen ist das Gebäude architektonisch verdammt genial, zum anderen soll der Blick super sein. Letzteres war bei den Wetterverhältnissen (total wolkig - auch keine Aussicht auf Besserung!) zu verschmerzen. 

Wie schon erwähnt...ich konnte nicht mehr laufen und bin dann zur Bahn zurück zum Hotel, denn morgen stehen die Japanischen Meisterschaften (Zuschauen) an. Und ich will mich nicht übernehmen!!

Ein Abeschlusswort noch zum Wetter: Miyuki sagte mir gestern, dass sich die Regenzeit wohl verschoben hat und deshalb regnet es zwar nicht die ganze Zeit (im Moment überhaupt nicht!!), aber es ist kühler und dafür leider bedeckt. Normalerweise wäre es rund 36 Grad heiß plus ganz hohe Luftfeuchtigkeit. Vielleicht bin ich einfach mal mit der Bewölkung zufrieden und kann dafür mit angenehmen Temperaturen durch die Gegend laufen. 

mit dem Shinkansen nach Tokyo

Seit ich ein Kind bin liebe ich Züge. Mein größter Traum ist es, einmal mit dem Transsibirienexpress zu fahren. Mit fünf Jahren wollte ich Schaffner werden. 

So war ich heute natürlich mehr als nur in Vorfreude auf meine Fahrt im schnellsten Zug der Welt, dem Shinkansen. (Diese Schnauze hat der übrigens deswegen, dass es bei der Geschwindigkeit bei der Einfahrt in den Tunnel keinen Knall gibt)

Immer an Bahnhöfen, wo das "Shin-" im Namen drin ist, da fährt der Shinkansen ab. Also Shin-Osaka, Shin-Yokohama... . 

Die Züge fahren fast in zeitlichen Abständen wie -S-Bahnen und so regelmäßig wie ein Uhrwerk. Die Verspätung pro Jahr!! beträgt 40 Sekunden. Der Wahnsinn. 

Ich hatte mich zur Feier des Tages in die erste Klasse eingebucht, weil das nur 10 Euro teuer ist und den Luxus wollte ich mir hier dann schon gönnen. Phänomenal, diese Beinfreiheit, automatisch verstellbare Sitze und immer wenn das Zugpersonal den Wagen verlässt, dann verbeugt es sich. Sowas muss man erlebt haben. 

Hier unten im Video seht ihr den Shinkansen einfahren. 

Und wer in Japan eine Reise im Shinkansen unternimmt, der leistet sich eine Bento-Box. Bentoboxen bekommen auch die Schul- und Kindergartenkinder mit zur Pause. Hier finden sich liebevoll zurechtgemacht verschiedene Speisen, die im Kreis gegessen werden sollen, damit die Geschmacksnerven das besonders gut aufnehmen können. 

Sie werden an speziellen Bentobox-Kiosken im Abfahrtsbereich des Shinkansen gekauft. (An anderen Bahnhöfen findet man sie nicht!)

Mir hat meine geschmeckt. Ich hatte mich wieder mit den Stäbchen verkünstelt, aber schön langsam hab ich es raus...habe mir jetzt Stäbchen für Kinder gekauft. 

Auch die Bahnhöfe in Tokio sind natürlich wieder sehr weitläufig, unübersichtlich (aber besser ausgeschildert als in Osaka) und es dauerte etwas bis ich meinen Weg zum Hotel gefunden hatte. 

Oftmals sind Aufzüge oder auch Rolltreppen Fehlanzeige und das war dann schon Herausforderung hier voranzukommen. 

Nach einem kurzen Erkundungstrip in Shinjuku - nach dem Einchecken im Hotel - bin ich dann bald wieder zurück, weil ich mich am Abend noch kurz mit Miyuki getroffen habe, die beim NPC Japan arbeitet und auch mit der Vorbereitung der Paralympics befasst ist. (Wir kennen uns seit der Weltmeisterschaft in Christchurch 2011, wo unser beider Teams in einem Hotel untergebracht waren) Jetzt planen wir das Wurf-Camp gemeinsam und haben heute noch einiges besprochen. Am Samstag treffe ich sie dann bei den Japan-Meisterschaften wieder. 

(Hier war meine Teilnahme geplant...aufgrund der Schulter aber nicht möglich)

 

Akklimatisierung mit Aquarium

Meinen offiziell ersten Tag in Japan habe ich standesgemäß mit einem japanischen Frühstück begonnen, das es  günstig im Hotel gibt. 

Ich bin ja grundsätzlich recht experimentierfreudig und probiere alles, habe halt geschaut wie die anderen neben mir das so machen. Da nichts auf Englisch draufsteht war diese Devise auch angebracht. 

Dieses Pöttchen ganz links am Tablett wird noch mit zwei Sauchen verrührt und innen drin sind kleine Bohnen. Je stärker man rührt, desto mehr gleicht die Geschichte einem Brei der immer mehr Fäden wirft und sich dabei verdickt. Es schmeckt...mmmmh...mit viel Reis...aaaach...das ist jetzt was, was ich nur einmal essen werde. Die Miso-Suppe ganz rechts hingegen, die war echt lecker. Die kann man sich selbst zubereiten wie es einem beliebt. Der Rest steht da, wird dann, immer kunstvoll ein Häppchen Reis, immer eine Beilage auf die Stäbchen geladen und diese Art des Frühstücks ist wohl für den Japaner wirklich top. Bei mir sah es nicht ganz sooo adrett aus mit Stäbchen, aber auch nicht so schrecklich, dass meine Umgebung gleich geschaut hätte. Definitiv esse ich das nochmal, aber nicht jeden Tag. 

Und auch am zweiten Tag wurden der Nahverkehr von Osaka und ich nicht wirklich Freunde. Das lag im Großen an den extrem langen Wegen, die hier zu bewältigen sind bis man erstmal beim Bahnsteig angekommen ist. Und im Kleinen war es die Tatsache, dass meine Metrofahrkarte, also die, die ich mir gestern so hart erkämpft und aufgeladen hatte, kaputt war. Ich suchte mir also einen Schalter und bangte, dass an diesem jemand sitzen würde, der Englisch spricht. Ich habe festgestellt, dass mein Übersetzungsprogramm das Problem nicht wirklich verbessert und habe es aus diesem Grund heute weggelassen. An diesem Schalter saß keiner der Englisch sprach. Fantastisch!! 

Beide sprachen freundlich lächelnd Japanisch lächelnd auf mich ein. Ich versuchte zurück zu lächeln, was mir wirklich nicht leicht fiel. Dann holte die Dame ein japanisches Schild mit einer Wegbeschreibung und ich vermutete, dass ich dort hingehen sollte. Es wäre hilfreich gewesen, wenn dieses Schild wenigstens zweisprachig gewesen wäre. 

(Überhaupt hatte - wie ich auch heute wieder festgestellt habe - mein Reiseführer und diverse youtube Videos gelogen...an den wichtigen Stellen sitzen keine Menschen, die Englisch sprechen, was ich zum einen für so eine Metropole erstaunlich finde und hier ist definitiv Nachbesserungsbedarf für so ein fortschrittliches Land. Dafür ist mein Hotelpersonal sehr nett und spricht Englisch!)

Ich tapste los in die Richtung, die mir das Schild wies und ging auf gut Glück in das Büro dieses Betreibers der einen Linie mit der ich fahren wollte. (Es ist weiter verwirrend, dass es in Osaka diverse Linien diverser Betreiber gibt) Die Karte wurde also überprüft, ob sie defekt wäre und ob Guthaben geladen ist. Ich hatte die Quittung aufgehoben. Endlich schaltete man sie frei...muss ich nicht verstehen. Und so konnte ich nach 1 Stunde Verspätung doch noch zum Aquarium aufbrechen. 

Die U-Bahnen sind nicht so voll wie immer angekündigt und auch heute wäre ich ohne google-maps, das mich sehr zuverlässig durch alle Umsteigebahnhöfe gewiesen hat, aufgeschmissen gewesen. 

Wer mal vor hat, alleine durch Japan zu fahren: eine japanische Sim-Card (in einem zweiten Handy) ist ein MUSS und den gewissen Sinn für's Abenteuer, den sollte man ebenfalls mitbringen!

 

Das Aquarium von Osaka ist eines der größten weltweit und hier lohnt sich definitiv ein Besuch. Schon allein wegen des gigantischen (ich glaube er ist 5-stöckig) Aquariums, in dem sich eine Vielfalt von Fischen tummeln, die ganz in Ruhe von allen Seiten begutachtet werden kann. Gibt auch Sitzmöglichkeiten. 

Auch Rochen können gestreichelt werden, viele Tiere von ganz nah und die Rundtour ist echt schön gestaltet. 

Heute war das Wetter eh noch schlecht und zur Akklimatisierung genau das Richtige. 

Morgen geht es mit dem Shinkansen nach Tokio. 

Happy landing

Nach einem wirklich angenehmen Direktflug München-Osaka (durchgeführt von Lufthansa) hat mich Osaka mit einer dunklen Wolkendecke und eine Platzregen empfangen. Ich wollte die Landung aber dennoch aufnehmen, weil der Flughafen etwas ganz besonderes ist. Er wurde vor die Stadt als künstliche Insel angelegt und dort starten und landen jetzt die Flugzeuge. Faszinierend! 

Für die Einreise selbst benötigen deutsche Staatsangehörige kein Visum und die Zollformulare sind ähnlich denen der USA, aber es ist alles etwas lockerer. 

Anreise zum Hotel war mit dem Flughafen-Bus und dann das letzte Stück mit dem Taxi. 

Zimmer war erst um 15 Uhr bezugsfertig, drum bin ich losgezogen und habe meine Shinkansentickets für die Zugfahrt "Osaka-Tokio" in zwei Tagen gekauft. Ich habe im Vorfeld nicht nur ein bißchen, sondern SEHR viel recherchiert wie man alles am besten macht, habe auch Videos angeschaut wie die Ticketautomaten funktionieren, wie man sich die Tickets zieht und wie man das Metroticket (ähnlich dem in London) kauft. Was soll ich sagen? 

Schon die Aussage der Reiseführer und Hinweise im Internet: Das meiste sei zweispreisprachig ausgeschildert ist definitiv falsch! An den Stellen, wo ich es gebraucht hätte, war alles nur in Japanisch und ich stand da wie der letzte Depp! Und von wegen, alle Japaner sind so hilfsbereit...auch das stimmt nicht so wirklich. Entweder ich habe genau die erwischt, die alle durch dieses Raster fallen oder sie hatten alle nen schlechten Tag. Und alle, die ich verzweifelt gefragt habe, die konnten so gar kein Englisch. Das war dann spannend. So zog ich - immer mehr schwitzend - meine Übersetzung-App raus und fotografierte Schilder Anweisungen wie eine Blöde. Irgendwann nach ca. 40 Minuten war ich etwas schlauer und wusste, dass ich am falschen Automaten bin und diese bestimmte Karte zum Aufladen nur an bestimmten Automaten erstehen kann. Das war schon mal hilfreich.

Wie oft ich mit dem Automaten gesprochen habe, das kann ich gar nicht sagen. Wie oft die Japaner sich gedacht haben müssen: "Was sind Europäer seltsam!"...das will ich mir echt nicht vorstellen. Aber nun gut...ich hätte in München schon längst einem mit dem Automaten sprechendem Japaner geholfen!!

Doch es war mein erster Tag, das Wetter war schlecht und genau diese Dinge standen auf der "To-do-Liste"...insofern passte alles. 

Ich liebe Bahnhöfe, aber hier komme ich mir vor, als hätte mich ein riesen Walfisch verschluckt und wenn er denn Lust hat, dann spuckt er mich wieder aus. 

Nach dem "Ticketdrama" habe ich einen "Abstecher" zu Yodobashi-Camera gemacht. Das linke Foto in der Collage zeigt die Übersicht des Kaufhauses, in dem es nicht nur "Kamerabedarf" gibt. In diesem Kaufhaus könnte man sich auch zwei Tage lang aufhalten. Ich habe es abgekürzt, weil ich zum einen Hunger hatte und sich auch die Zeitverschiebung bemerkbar gemacht hat. 

Zurück durch den Bahnhof zum Hotel habe ich noch einen Shop mit Katzenbrot entdeckt. Der Wahnsinn, was es in diesem Land alles gibt und auf was ich bereits am ersten Tag so stoße. 

Es ist eine total andere Welt und ich bin sehr dankbar, dass ich mich im Vorfeld so gut informiert und vorbereitet habe. Die japanische Simkarte hat mir heute schon extrem gute Dienste geleistet. Ohne google-Maps wäre ich verloren gewesen. Es versteht einen ja kaum jemand! Und WiFi (WLAN bei uns) gibt es nicht überall!

Auch mein Mittagessen war Überraschung pur, weil ich zwar ein Foto von dem hatte, was ich esse, aber nicht wusste, was es ist. Aber geschmeckt hat es. Mal ein bisschen Mut zum Abenteuer...passt! 

Und mein Hotelzimmer der APA-Gruppe. Sicherlich ist es nicht das größte, aber in Deutschland habe ich auch schon Unterkünfte in ähnlicher Größe erlebt. Sehr ordentlich, super Aufteilung und sogar mit einem japanischen Schlafanzug auf dem ein Origamivögelchen saß. Sehr nett gemacht. 

Das Klo hat eine Anleitung. Lustig. 

 

Morgen werde ich zur Aklimatisierung eines der größten Aquarien der Welt besuchen, das hier in Osaka beheimatet ist. 

Vorabend-Check-in

Hier sitze ich nun zwischen meinen zwei Japan-Koffern, die in den nächsten gut 4 Wochen meine Begleiter sein werden. In dem blauen ist alles, was ich für den persönlichen Bedarf brauche, auch ein paar Gastgeschenke.  In dem gemusterten ist das Trainingslagerequipment (Wurf-Camp), plus meine eigenen Wettkampfsachen. Ein Hotel ist quasi sowas wie mein "Basis-Camp" in dem ich immer einen Koffer unterstellen kann, damit ich nur einen zur Weiterreise habe. 

Sabine war so nett, hat mich bei der Hitze mit den Öffentlichen zum Flughafen zum Vorabend-Check-in gebracht. Danke nochmal dafür! 

Morgen Vormittag brauche ich dann nur noch durch die Sicherheitskontrolle und los geht's. 

Für mich ist Planung das Fundament einer jeden guten Reise, doch trotzdem kribbelt es vor Vorfreude und ein bisschen auch vor Aufregung, weil ich mich hier schon auf ein Terrain vorwage, das nennen wir es mal "spannend" werden wir, in vielerlei Hinsicht. 

Bis morgen oder die Tage dann mal. Für heute noch ein Servus aus München. 

 

Erstes Training nach der Schulterverletzung

Wie schon im Video erwähnt war heute mein allererstes Training nach der Schulterverletzung, den OPs und der Reha. Als Leistungssportler ist das so eine Sache mit "Zwangspausen"...die sind nur ganz schlecht zu ertragen. 

Klar ist einem bewusst, dass das gerade nicht anders geht, dass die Vernunft siegen, dass auch wirklich genau die Zeit eingehalten werden muss, die der Doc einem sagt, aber man macht fast rote Kreuze im Kalender bis es dann wieder los gehen kann. 

Und heute war es dann soweit. Heute durfte ich die ersten "lockeren" Stöße machen und sie waren - für die lange Pause - wirklich top!! 

Da kannst nicht meckern. Bin voll zufrieden damit und werde heute bestimmt gut schlafen. 

Die Woche ist auch noch voll Physiotherapie am Olympiastützpunkt angesagt und dann kann ich beruhigt in den Flieger nach Japan steigen. 

Was soll ich sagen? #Läuft :D

Vorbereitungen für die Japanreise

Vorbereitungen für die Japanreise? 

Ja, ich werde sehr bald für über einen Monat nach Japan fliegen. Dieser Aufenthalt ist schon seit über einem halben Jahr in Planung und ich freue mich sehr darauf. 

Was mache ich in Japan?

Zunächst vielleicht folgendes zum Hintergrund. Die Idee zu dieser Reise entstand in Zusammenarbeit mit einer der Nationaltrainerinnen von Japan, die ich seit der Weltmeisterschaft in Christchurch 2011 kenne. Wir haben länger hin- und hergeschrieben und vieles durch"gesprochen". 

Die zuerst geplanten Wettkämpfe mussten wegen meiner Schulterverletzung etwas "umgeworfen" werden und wurden nun auf einen Wettkampf etwas später Anfang August in Osaka (dazu gleich mehr in einem anderen Artikel) "reduziert". 

Weiter entstand die Idee eines gemeinsamen Trainingslagers mit 6 japanischen Athleten, das ich durchführen werde. Hier steht aber auch der gemeinsame Austausch und Spaß miteinander im Vordergrund. 

Weiter sind ein paar Vorträge geplant, die ich an unterschiedlichen Orten (auf Englisch) halten werde und weiter freue ich mich auf den Besuch eines Kindergartens und Kulturfestivals. 

Mein Ausgangs- und Endpunkt wird Osaka sein. Dazwischen besuche ich Tokyo und Kyoto. In Tokyo wartet ein kleiner Einblick in die Sportstätten auf mich und selbstverständlich werde ich dazwischen auch etwas vom Land sehen.

Durch die Schulterverletzung hatte ich jetzt viel Zeit, alles bis ins Detail zu planen und ich bin echt gespannt, was mich in diesem Monat so alles erwartet. 

Eine Anmerkung am Rand: Diese Reise ist eigenfinanziert! Ich bekomme nur durch die Vorträge ein paar Zuschüsse und auch während des Trainingslagers werde ich etwas unterstützt. 

Heute habe ich schon mal die japanische Sim-Card in mein zweites (altes) Handy gefriemelt. Mit dem werde ich mir dann einen "Hotspot" für mein normales Handy aufbauen. Ich werde mal berichten wie das so geklappt hat, auch im Hinblick auf die Paralympics. Es wurde angeraten, dass man sich so eine Karte besorgen soll. 

Die Simkarte war phänomenal. (Sie war in drei Größen rausknickbar) Der Aktivierungsvorgang wurde idiotensicher auf Englisch erklärt und klappte super. Preis-Leistung top. Mal schauen, wie es funktioniert. Es ist gleichzeitig auch eine japanische Rufnummer, man kann also dort im Land telefonieren, Nachrichten schreiben (alles umsonst) und ich habe 50 Gbyte Internet für einen Monat. 

Für alle, die das interessiert. HIER ist der Anbieter.  

Und dann habe ich noch für die Athleten "Überraschungsrucksäckchen" als Gastgeschenk gepackt. Habe ein "Wurf-Camp"-Shirt drucken lassen, dann ist ein Massageball, ein Deuserband, ein Pin, Stift und Postkarte vom DBS (die mir Niels Verhoef netterweise geschickt hat), ein München Magnet und ein paar Süßigkeiten-Päckchen drin. 

Silas hat die Rucksäckchen auf bengalentauglichkeit getestet, auch geschaut, ob die Süßigkeitenteile fliegen...ist ja schließlich ein Wurfcamp ;-) 

Nur gut, dass ich zwei Gepäckstücke frei habe, sonst würde das etwas knapp werden mit meinen Kapazitäten. 

 

 

die verletzte Schulter

Im ersten Trainingslager dieses Jahr, in Albufeira (Portugal), habe ich mir beim Krafttraining meine linke Schulter so schwer verletzt, dass diese dann in München recht zügig operiert werden musste. 

Zuweilen kann es nach OPs auch zu Infektionen in dem betroffenen Gelenk kommen und das war dummerweise bei mir der Fall. Also musste das Ganze nochmal operiert werden und zudem hab ich für längere Zeit ein Antibiotikum einnehmen müssen, das mich wirklich gestresst hat. 

Am 21.06. ist jetzt die dreiwöchentliche ambulante Reha zu Ende gegangen, die mir wirklich viel gebracht hat. Das Ganze war aber auch recht stressig. Bis auf 20 Grad nach seitlich und nach oben ist die Beweglichkeit der Schulter jetzt wieder da, die Schmerzen halten sich in Grenzen und nächste Woche darf ich wieder mit einer leichten Stosseinheit starten. Darauf freue ich mich sehr! 

In dem Video unten könnt ihr die Fortschritte am letzten Rehatag "live" sehen. 

#BIRGITgoesTOKYO2020 - das Projekt

Hallo zusammen! 

Ich habe mich entschlossen, Euch alle auf meinem Weg nach Tokyo zu den Paralympics 2020 etwas mehr teilhaben zu lassen. An meinem Training, meinem Alltag, meinen Gedanken zu einigen Dingen und wollte bewusst über ein Jahr davor anfangen. 

Im Moment muss ich noch eine Schulterverletzung (vom Trainingslager in Portugal) auskurieren - davon ein andermal mehr, doch bald geht es weiter. 

In diesem Jahr wird die Weltmeisterschaft im November in Dubai stattfinden, für die ich mich glücklicherweise im März schon qualifiziert habe und deshalb hier keinen Druck mehr habe. 

 

Vom 01. Juli bis zum 04. August werde ich zum ersten Mal in Japan sein. Warum? Lasst Euch überraschen...Ich freue mich auf jeden Fall sehr auf diese Zeit und werde hier darüber berichten. 

Es wird nicht jeden Tag einen Eintrag geben, aber in regelmäßigen Abständen! 

Fragen, Anregungen, konstruktive Diskussionen - gerne jederzeit. ich freue mich drauf. 

Der Hashtag #BirgitgoesTokyo2020 ist dann auch auf Instagram, Facebook & Co. 

Ich freue mich, meinen Weg zu den Paralympics nach Tokyo 2020 mit Euch zusammen zu gehen.

Sayonara und Servus, 

Birgit

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Heute ging’s also los nach Takamatsu. Da mein Zug leider erst um 14:00 Uhr abfuhr und ich schon um 10 Uhr aus dem Hotel mußte, verbrachte ich ein paar gemütlich warme Stunden im unklimatisierten Bahnhof Shin-Osaka. Mein Taschenventilator kam zum ersten Mal zum Einsatz. Hat sich schon rentiert!!
Ich bin wieder mit zwei unterschiedlichen Zügen gefahren und hatte eine Menge Spaß dabei. Auf der letzten Strecke saß ich direkt hinter dem Lokführer. Eine größere Freude hätte man mir nicht machen können!!