Am 15.02.2015 bin ich zusammen mit Sabine Lehrmann als meiner Begleitperson und Dr. Andreas Koeppel, der dieses Mal offiziell als Arzt fürs gesamte Team mit dabei war, zu einem zweiwöchigem Lehrgang plus Wettkampfserie in die Vereinigten Arabischen Emirate aufgebrochen. 

 

Ich hab mich zum einen sehr drauf gefreut, denn die vergangen Jahre hat es immer nicht geklappt, doch zum anderen wußte ich, dass diese Wettkampfreise auch mit einem Wendepunkt in meiner sportlichen Karriere verbunden war und deshalb war ich schon auch aufgeregt. 

 

Die Atmosphäre im Team hat mir diesmal echt gut gefallen und vieles, was wir rund um die Wettkämpfe erlebt haben war zwar im Moment für "deutsche Gemüter" etwas nervtötend und seltsam, aber im Rückblick kann man wirklich drüber schmunzeln und es sind auch nette Erlebnisse, von denen wir wohl noch länger erzählen werden. 

 

Wir haben im Sandsturm trainiert, die Fahrten vom Training/Wettkampf zum Hotel und zurück waren meiste sehr abenteuerlich und spiegelten schon den "arabian way of life" wieder und vieles ist uns halt etwas fremd, das heißt aber nicht, dass es schlecht sein muß. 

 

Die Organisation der Wettkämpfe ansich fand ich super. Gut, so mancher Kampfrichter war mir mit seinem "Jalla" ein Streßfaktor bei meiner Konzentration, aber das war mein Problem. Cool fand ich das Wort dennoch, was so viel wie "Auf geht's!" heißt. 

 

Ich hatte wieder viele nette Begnungen mit Athleten, vor allem jetzt auch aus bereits aus meiner neuen Wettkampfklasse. Hat mich gefreut. 

 

Dass ich die F34 aufgegeben habe, das hab ich nicht bereut. Nein, mir fehlt es nicht, angezurrt auf einem Stuhl zu sitzen, der mich quält. Mir fehlt es ebenfalls nicht, diesen Monsterstuhl überall hin mitzuschleppen. Das ist schon eine Riesenerleichterung! 

Es war ein guter Einstieg in der F37 in Dubai, aber ich hab noch einen langen Weg vor mir, das zu erreichen, wohin ich will. 

 

Mit dem Hocker hätte ich gerne in der F34 weiter geworfen, weil ich Variationsmöglichkeiten hatte, doch jetzt bin ich neu klassifiziert und das ist auch o.k. Als ich in Dubai bei meinem ersten Speerwurf Wettkampf auf dem Platz stand, da war ich unendlich glücklich. 

Ich hätte nie gedacht, dass ich das nochmal schaffe: im Stehen Werfen. 

 

Und jetzt gibt es die Etappenziele für die WM in Quatar in diesem Jahr: im Nationalteam bleiben, das heißt: in einem der beiden Disziplinen Platz 1-3 erreichen. Das "Fern"ziel heißt natürlich die Norm für die Paralympics in Rio 2016. 

 

Ich muss mich jetzt erstmal etwas in dieses stehende Werfen und Stoßen richtig einfinden, dann kann ich richtig loslegen. Die Norm für die WM hab ich in Dubai bereits geworfen, ich muss sie nur ab Mai 2015 nochmal bestätigen.